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Komplementäre und alternative Medizin bei chronischen Darmentzündungen

Original Titel:
Complementary and alternative medicine in patients with inflammatory bowel disease: A survey performed in a tertiary center in Chile

DGP – Die meisten Patienten mit chronischer Darmentzündung haben bereits von alternativen und komplementären Methoden Gebrauch gemacht. Das war das Ergebnis einer Umfrage im Chile. Dabei nutzten Frauen diese häufiger als Männer. Die wenigsten Patienten änderten aufgrund der komplementären und alternativen Maßnahmen ihre medikamentöse Behandlung.


Es gibt viele Medikamente, die bei chronischen Darmentzündungen eingesetzt werden können. Doch auch andere Methoden stehen im Verdacht, die Beschwerden zu lindern, wenn sie zusätzlich zur klassischen Therapie angewandt werden. Dazu zählen unter anderem Probiotika und Massagen. Wie häufig machen Patienten mit einer chronischen Darmentzündung von solchen alternativen und komplementären Ansätzen Gebrauch? Diese Frage stellten sich Wissenschaftler aus Chile.

Wissenschaftler befragten 200 Patienten mit chronischer Darmentzündung zu alternativen und komplementären Maßnahmen

Die Wissenschaftler führten eine Umfrage an einer Klinik in Santiago (Chile) durch. Insgesamt 200 Patienten mit einer chronischen Darmentzündung nahmen an dieser teil. Während 68 % von ihnen unter Colitis ulcerosa litten, waren 29 % an Morbus Crohn erkrankt. Bei den restlichen 3 % konnte die Darmerkrankung nicht eindeutig einer der beiden Erkrankungen zugeordnet werden. Die Patienten waren zwischen 18 und 77 Jahre alt (im Mittel 34 Jahre). Die Wissenschaftler wollten von den Patienten wissen, ob und welche komplementäre und alternative Medizin sie verwendeten.

Mehr als die Hälfte der Patienten nutzte bereits alternative und komplementäre Medizin

Jeder vierte Patient (25 %) gab bei der Befragung an, derzeit komplementäre und alternative Medizin zu nutzen. 30 % der Patienten berichteten, in der Vergangenheit von solchen Methoden Gebrauch gemacht zu haben. 45 % hatten hingegen noch nie alternative und ergänzende Medizin genutzt. Insgesamt wendeten Frauen häufiger alternative Methoden an als Männer (72 % vs. 45 %). Das Alter, die Art der Erkrankung (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa), das Vorhandensein von Krankheitssymptomen außerhalb des Darms und Nebenwirkungen der Medikamente hatten keinen Einfluss auf dessen Gebrauch. Ganz oben auf der Liste der meistgenutzten komplementären und alternativen Medizin standen Probiotika und pflanzliche Mittel wie Curcumin, aber auch Homöopathie und Achtsamkeitstraining standen hoch im Kurs. 49 % der Patienten berichteten dem Gastroenterologen von dem Gebrauch der alternativen und ergänzenden Medizin. Das Nutzen von alternativer und ergänzender Medizin führte in den meisten Fällen nicht dazu, dass die konventionelle Behandlung geändert wurde. 86 % der Patienten berichteten, dass sie die konventionelle Therapie wie empfohlen fortführten. Dementsprechend veränderte kein Patient, der Curcumin, homöopathische Medizin, Akupunktur oder Biomagnetismus anwendete, eigenmächtig die konventionelle Behandlungsstrategie.

Ein Großteil der Patienten mit chronischer Darmentzündung nutzte somit alternative und komplementäre Medizin. Viele Patienten erzählten dies ihrem behandelnden Arzt nicht von selbst, daher sollte der Arzt gezielt nachfragen. Erfreulich war, dass die allermeisten Patienten ihre medikamentöse Therapie nicht aufgrund der alternativen und ergänzenden Maßnahmen änderten. Es ist anzumerken, dass diese Umfrage in Chile durchgeführt wurde. Es ist fraglich, ob sich diese Ergebnisse auch auf Patienten in Deutschland übertragen lassen. Aus diesem Grund wären entsprechende Umfragen in Deutschland wünschenswert.

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