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Chronische Darmentzündung

Biologika erhöhen bei Kindern nicht das Risiko für Komplikationen nach der Operation

Original Titel:
The Effect of Biologics on Postoperative Complications in Children With Inflammatory Bowel Disease and Bowel Resection

DGP – Biologika sind innovative Wirkstoffe, die eingesetzt werden, wenn die konventionellen Medikamente gescheitert sind. Sie stehen jedoch im Verdacht, das Risiko für Komplikationen nach einer Darmoperation zu erhöhen. In einer kleinen Studie konnten Wissenschaftler bei Kindern mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa jedoch keinen solchen Zusammenhang feststellen.


Wenn Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa mit den konventionellen Medikamenten nicht in Schach gehalten werden können, bieten Biologika eine weitere Möglichkeit, die Kontrolle über die Erkrankung zu gewinnen. Biologika sind Wirkstoffe, die aus lebenden Zellen gewonnen werden. Zu ihnen zählen Wirkstoffe wie Infliximab, Adalimumab oder Vedolizumab. Trotz ihrer guten Erfolge stehen Biologika im Verdacht, das Risiko für Komplikationen nach einer Operation zu erhöhen, wenn sie vor der Operation angewandt wurden. Wissenschaftler aus den USA gingen diesem Verdacht bei Kindern mit einer chronischen Darmentzündung nach.

Manche Kinder bekamen vor der Darmoperation Biologika

Die Wissenschaftler sichteten die Daten von 62 Kindern mit einer chronischen Darmentzündung, die sich aufgrund dessen zwischen 2001 und 2017 einer Darmoperation unterzogen hatten. Zwei von ihnen litten an Colitis ulcerosa, während 40 Kinder an Morbus Crohn erkrankt waren. Bei einem Kind konnte die Art der chronischen Darmentzündung nicht eindeutig bestimmt werden. Die Wissenschaftler interessierten sich dafür, ob Biologika, die vor der Operation angewandt wurden, einen Einfluss auf das Risiko für Komplikationen innerhalb von 30 Tagen nach der Operation hatten.

Biologika erhöhten nicht das Risiko für Komplikationen nach der Operation

Von den 62 Patienten wurden 37 Patienten vor der Darmoperation mit einem Biologikum behandelt (Infliximab, Adalimumab oder Vedolizumab). Innerhalb von 30 Tagen nach der Operation traten bei vier Patienten Komplikationen auf (bei 6,45 % der Patienten). Bei diesen handelte es sich um einen Abszess im Bauchraum (2 Fälle), einen Bauchwandabszess (1 Fall) und Pouchitis (Entzündung des Pouches, 1 Fall). Wurden die Kinder je nachdem, ob sie zuvor Biologika bekamen oder nicht, in zwei verschiedene Gruppen eingeteilt, fiel auf, dass die Komplikationen in beiden Gruppen ähnlich häufig auftraten – jeweils zwei Komplikationen pro Patientengruppe.

Biologika schienen somit bei Kindern mit einer chronischen Darmentzündung das Risiko für Komplikationen nach der Operation nicht zu erhöhen, wenn sie vor der Operation angewandt wurden. Es handelt sich hier jedoch um eine kleine Studie, deren Ergebnis durch weitere Forschung bestätigt werden sollte.

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