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PCO-Syndrom

Internationale Leitlinie zur Behandlung und Diagnose des PCO-Syndroms

Original Titel:
International evidence-based guideline for the assessment and management of polycystic ovary syndrome 2018

DGP – Die Leitlinie umfasst Hinweise zur Diagnose und zur Behandlung des PCO-Syndroms. Obwohl einige Empfehlungen ausgesprochen werden, betonen die Wissenschaftler, dass die Qualität der erhaltenen Daten eher mittelmäßig ist und das Krankheitsbild weitaus mehr Forschung benötigt. 


Ein internationales Team aus Ärzten und Wissenschaftlern unter Beteiligung der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE) und der American Society of Reproductive Medicine (ASRM) hat internationale Leitlinien zum PCO-Syndrom entwickelt.

Für eine medizinische Leitlinie arbeiten Expertenteams zusammen und werten den aktuellen Stand der Wissenschaft und der Forschung eines Krankheitsbildes aus. Dabei werden die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien berücksichtigt und gemäß ihrer Qualität (z. B. Größe der Studiengruppe; Kontrollen) bewertet. Darauf basierend werden Empfehlungen ausgesprochen, die als Orientierung bei der Diagnose und Behandlung dienen, aber nicht rechtlich bindend sind.

Die Diagnose des PCO-Syndroms sollte nach den Rotterdam-Kriterien erfolgen

Zunächst stellten die Wissenschaftler fest, dass sie die Diagnose des PCO-Syndroms nach den Rotterdam-Kriterien befürworten. Diese besagen, dass zwei von drei Kriterien für eine Diagnosestellung ausreichend sind:

  • Hyperandrogenismus: zu viele männliche Hormone im Blut und/oder männliches Erscheinungsbild
  • Ausbleiben des Eisprungs oder unregelmäßiger Zyklus
  • Polyzystische Eierstöcke (im Ultraschall)

Wenn bereits ein erhöhter Spiegel männlicher Hormone und ein unregelmäßiger Zyklus festgestellt wurden, ist ein Ultraschall demnach nicht mehr notwendig. Die Konzentration des Anti-Müller-Hormons (AMH) ist nicht ausreichend für eine Diagnose. Das AMH soll eine Aussage über die Fruchtbarkeit ermöglichen und ist bei Frauen mit PCO-Syndrom häufig erhöht.

Die Behandlung sollte auch psychologische Aspekte umfassen

Die Behandlung sollte gynäkologische, metabolische und psychologische Aspekte umfassen. Vor allem die Vorbeugung oder Behandlung von Übergewicht sollte berücksichtigt werden und durch Informationsangebote und Lebensstilveränderungen begleitet werden. Auch Depressionen und Angststörungen sollten berücksichtigt werden.

Orale Verhütungsmittel können Zyklusstörungen und Hyperandrogenismus bekämpfen

Zur Behandlung von Zyklusstörungen und Hyperandrogenismus empfiehlt die Leitlinie in erster Linie kombinierte orale Verhütungsmittel, also eine niedrig dosierte Kombination aus Gestagenen und Östrogenen. Auch Metformin wird alleine oder in Kombination vorwiegend zur Behandlung von Stoffwechselerkrankungen (Übergewicht, Insulinresistenz) empfohlen. Zur Behandlung von Unfruchtbarkeit wird in erster Linie Letrozol genannt, aber auch Clomifen und Metformin sollten berücksichtigt werden. Gonadotropine werden bei Ausbleiben des Eisprungs als Zweitlinientherapie empfohlen. Eine künstliche Befruchtung (IVF) kann im Anschluss in Betracht gezogen werden.

Die Leitlinie umfasst Hinweise zur Diagnose und zur Behandlung des PCO-Syndroms. Obwohl einige Empfehlungen ausgesprochen werden, betonen die Wissenschaftler, dass die Qualität der erhaltenen Daten eher mittelmäßig ist und das Krankheitsbild weitaus mehr Forschung benötigt.

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