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KHK / Herzinfarkt

Herzinfarkt-Risiko geringer nach Bypass-Operation als nach Ballonkatheter-Behandlung

Original Titel:
Meta-Analysis Comparing the Risk of Myocardial Infarction Following Coronary Artery Bypass Grafting Versus Percutaneous Coronary Intervention in Patients With Multivessel or Left Main Coronary Artery Disease

DGP – Die Bypass-Operation und die Ballonkatheter-Behandlung werden immer wieder im Hinblick auf verschiedene Faktoren miteinander verglichen. In der vorliegenden Übersichtsarbeit taten die Wissenschaftler dies im Hinblick auf das Herzinfarkt-Risiko. Dabei stellten sie fest, dass diesbezüglich die Bypass-Operation der Ballonkatheter-Behandlung überlegen war.


Bei starken Verengungen der Koronararterien muss die Durchblutung wiederhergestellt werden, um eine ausreichende Versorgung des Herzens sicherzustellen. Dies kann z. B. mit einer Bypass-Operation oder auch mit einer Ballonkatheter-Behandlung, die mit einem geringeren körperlichen Eingriff verbunden ist, geschehen. Welche der beiden Methoden sich am besten für spezielle Patientengruppen eignet, ist immer wieder Gegenstand aktueller Forschung. Je nachdem was genau betrachtet wird, hat mal die Ballonkatheter-Behandlung und mal die Bypass-Operation die Nase vorn. In der vorliegenden Übersichtsarbeit wollten Wissenschaftler aus Südkorea herausfinden, welche der beiden Methoden bei Patienten mit Verengungen mehrerer Koronararterien oder Verengung der linken Koronararterie mit einem geringeren Herzinfarkt-Risiko verbunden ist.

Patienten mit der koronaren Herzkrankheit unterzogen sich entweder einer Bypass-Operation oder einer Ballonkatheter-Behandlung

Um sich einen Überblick über die derzeitige Datenlage zu verschaffen, durchkämmten die Wissenschaftler internationale Datenbanken auf der Suche nach Studien, die die Ballonkatheter-Behandlung (mit Einbringung von Gefäßstützen (Stents)) mit der Bypass-Operation bei Patienten mit Verengungen mehrerer Koronararterien oder Verengungen der linken Koronararterie verglichen hatten. Voraussetzungen dafür, dass die Studie in die Analyse miteinbezogen wurde, waren, dass Patienten mindestens ein Jahr lang begleitet wurden und dass das Auftreten von Herzinfarkten protokolliert wurde. Dies traf auf insgesamt 15 Studien zu, die die Daten von 13592 Patienten beinhalteten. Während 6596 von ihnen einen Bypass bekamen, unterzogen sich 6996 Patienten einer Ballonkatheter-Behandlung.

Im Hinblick auf das Herzinfarkt-Risiko war die Bypass-Operation der Ballonkatheter-Behandlung überlegen

Der Vergleich zwischen den beiden Behandlungsgruppen machte deutlich, dass Patienten nach der Bypass-Operation ein geringeres Herzinfarkt-Risiko hatten als nach der Ballonkatheter-Behandlung. Das geringere Herzinfarkt-Risiko, das mit der Bypass-Operation einherging, konnte vor allem bei einer längeren Nachbeobachtungszeit und bei Patienten mit Diabetes beobachtet werden. Zwischen Patienten mit Verengungen mehrerer Koronararterien und Patienten mit Verengung der linken Koronararterie war hingegen kein Unterschied ersichtlich – beide Patientengruppen profitierten von der Bypass-Operation (im Vergleich zur Ballonkatheter-Behandlung) im gleichen Maße.

Bezüglich des Herzinfarkt-Risikos von Patienten mit Verengungen mehrerer Koronararterien oder Patienten mit Verengung der linken Koronararterie war die Bypass-Operation der Ballonkatheter-Behandlung somit überlegen. Bei der Wahl der geeigneten Behandlungsmethode müssen jedoch auch weitere Faktoren berücksichtigt werden, sodass für jeden Patienten individuell entschieden werden sollte, auf welche Weise die Durchblutung wiederhergestellt wird.

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