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Chronische Darmentzündung

Wirkungsverlust von Adalimumab – Was bringt eine Erhöhung der Dosis?

Original Titel:
Efficacy and Safety of Dose Escalation to Adalimumab 80 mg Every Other Week in Japanese Patients with Crohn's Disease Who Lost Response to Maintenance Therapy

DGP – Es kommt nicht selten vor, dass Adalimumab im Laufe der Zeit seine Wirkung verliert. Diesem Wirkungsverlust könnte zumindest ein Stück weit mit einer Erhöhung der Dosis begegnet werden. Zu diesem Ergebnis kam eine kleine Studie.


Mit den TNF (Tumornekrosefaktor)-Hemmer haben sich die Möglichkeiten, eine hartnäckige chronische Darmentzündung zu behandeln, revolutioniert. Wie der Name es bereist vermuten lässt, hemmen die TNF-Hemmer den TNF, welcher ein Botenstoff des Immunsystems ist. Die TNF-Hemmer wirken somit entzündungshemmend. Für die Behandlung von Morbus Crohn sind in Deutschland derzeit zwei solcher TNF-Hemmer zugelassen: Infliximab und Adalimumab. Beiden Wirkstoffen ist gemein, dass sie häufig im Laufe der Zeit ihre Wirkung verlieren. In diesem Fall wird zunächst versucht, den Wirkverlust mit einer Erhöhung der Dosis auszugleichen. Doch ist dies wirklich sicher und wirksam? Wissenschaftler aus Japan, den USA und Deutschland wollten das für den Wirkstoff Adalimumab herausfinden. Sie wollten wissen, ob sich eine Erhöhung der Adalimumab-Dosis von 40 mg auf 80 mg (alle zwei Wochen) dafür eignet, die Wirksamkeit von Adalimumab bei Patienten, die einen Wirkungsverlust erlebt haben, wiederherzustellen.

Patienten mit einem Wirkungsverlust bekamen die doppelte Adalimumab-Dosis

An der kleinen Studie nahmen 28 Japaner mit mittelschwerem bis schwerem Morbus Crohn, die mindestens 15 Jahre alt waren, teil. Eine Voraussetzung für die Teilnahme war, dass Adalimumab bei ihnen seine Wirkung verloren hatte. Bei allen Patienten wurde die Adalimumab-Dosis, die sie alle zwei Wochen bekamen, auf 80 mg erhöht – also verdoppelt.

Viele Patenten profitierten von der Dosis-Erhöhung

Die meisten Patienten profitierten von der Dosis-Erhöhung. 75 % der Patienten zeigten nach 8 Wochen weniger Krankheitssymptome. Nach 52 Wochen war das bei 57 % der Patienten der Fall. Jeder 4. Patient befand sich nach 8 Wochen sogar in einer Ruhephase der Erkrankung. Dieser Anteil stieg im Laufe der Behandlung noch weiter an, sodass sich nach 52 Wochen 36 % der Patienten in einer Ruhephase befanden. Die meisten unerwünschten Ereignisse, die während der Behandlung auftraten, waren mild bis moderat.

Eine Verdopplung der Adalimumab-Dosis führte somit zumindest bei einem Teil der Patienten, bei denen Adalimumab mit der Standarddosis seine Wirkung verloren hatte, zu einer Linderung der Beschwerden. Bevor das Medikament bei Wirkverlust gewechselt wird, könnte somit ein Versuch mit einer Dosis-Erhöhung sinnvoll sein. Es ist jedoch anzumerken, dass es sich hier um eine sehr kleine Studie mit nur wenigen Teilnehmern handelt.

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