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Prostatakrebs

Wie häufig ist Inkontinenz bei sexueller Erregung nach einer Prostataentfernung?

Original Titel:
Arousal Incontinence in Men Following Radical Prostatectomy: Prevalence, Impact and Predictors

Kurz & fundiert

  • 226 Patienten, die eine Prostatakrebs-Operation hinter sich hatten, beantworteten Fragen zur Inkontinenz
  • Etwa die Hälfte der Patienten war zu irgendeinem Zeitpunkt nach der Operation bei sexueller Erregung von Inkontinenz betroffen
  • Bei den meisten Betroffenen besserte sich die Kontinenz im Laufe der Zeit

 

DGP – Nach einer operativen Prostataentfernung aufgrund von Prostatakrebs trat eine Inkontinenz bei sexueller Erregung nicht selten auf. Etwa die Hälfte der Patienten waren von einer solchen betroffen. Bei den meisten besserte sich die Kontinenz jedoch im Laufe der Zeit.


Die operative Entfernung der Prostata hat sich zwar für die Behandlung von Prostatakrebs bewährt, sie ist jedoch auch mit Nebenwirkungen wie Erektionsstörungen oder Inkontinenz verbunden. Inkontinenz kann in verschiedenen Situationen auftreten, so auch bei sexueller Erregung. Wissenschaftler aus den USA, Kanada und Australien interessierten sich für die Betroffenen von dieser speziellen Form der Inkontinenz und deren Symptome genauer. Außerdem wollten sie herausfinden, welche Risikofaktoren diese spezielle Form der Inkontinenz fördern bzw. welche Vorhersagefaktoren es diesbezüglich gibt.

Prostatakrebs-Patienten beantworteten nach ihrer Krebs-OP Fragen zur Inkontinenz

Die Wissenschaftler baten Männer, die sich in den letzten zwei Jahren aufgrund von Prostatakrebs die Prostata entfernen ließen, bestimmte Fragebögen auszufüllen. Diese beinhalteten unter anderem Fragen zur Inkontinenz bei sexueller Erregung, zur Inkontinenz bei körperlicher Anstrengung (Stressinkontinenz) und zur Erektionsfähigkeit. 226 Männer folgten der Bitte und füllten die Fragebögen vollständig aus. Die Wissenschaftler verglichen Patienten, die bei sexueller Erregung an Inkontinenz litten, mit Patienten, die nicht von dieser Nebenwirkung betroffen waren.

Inkontinenz bei sexueller Erregung trat nach der Prostataentfernung häufig auf

Bei der Auswertung der Fragebögen stellten die Wissenschaftler fest, dass etwa die Hälfte der Befragten (49 %) zu irgendeinem Zeitpunkt nach der Operation von Inkontinenz bei sexueller Erregung betroffen war. Bei 62 % von ihnen verbesserte sich diese spezielle Art der Inkontinenz im Laufe der Zeit. Bei 57 % der Betroffenen trat die Inkontinenz bei weniger als der Hälfte der sexuellen Begegnungen auf, wobei die Menge des ungewollten Urinverlustes bei 88 % auf höchstens einen Teelöffel beschränkt war. Spezielle statistische Analysen zeigten, dass die Abwesenheit von Bluthochdruck und die Anzahl der benötigten Einlagen pro Tag mit der Inkontinenz bei sexueller Erregung zusammenhingen.

Inkontinenz bei sexueller Erregung war nach der Prostataentfernung somit ein häufiges Phänomen. Bei den meisten Patienten verbesserte sich diese jedoch im Laufe der Zeit.

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