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Geschmacks- und Geruchsstörungen bei COVID-19 – Beobachtungen aus Italien

Original Titel:
Self-reported olfactory and taste disorders in SARS-CoV-2 patients: a cross-sectional study

Kurz & fundiert

  • Wissenschaftler befragten 59 Patienten, die sich aufgrund von COVID-19 in Italien in einem Krankenhaus befanden, nach Geschmacks- und Geruchsstörungen
  • 33,9 % der Befragten litten an mindestens einer dieser Störungen – meistens bereits vor der Krankenhauseinweisung
  • Besonders Frauen berichteten von Störungen des Geschmacks- und Geruchssinns

 

DGP – Mehrere Patienten mit COVID-19 berichteten von Geschmacks- und Geruchstörungen. Wissenschaftler aus Italien befragten Patienten eines Krankenhauses gezielt nach diesen Symptomen. Sie stellten fest, dass etwa ein Drittel der Befragten von den Störungen des Geschmacks- und/oder Geruchssinns betroffen waren. Besonders Frauen zeigten diese Symptome.


Die klassischen Symptome der COVID-19-Erkrankung, die durch den neuen Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird, sind Fieber und trockener Husten. Zusätzlich gibt es weitere Symptome, die weniger häufig auftreten. Beobachtungen zeigten, dass zu diesen Symptomen auch Geschmacks- und Geruchsstörungen gehören. Nachdem mehrere Patienten, die mit COVID-19 in die Abteilung für Infektionskrankheiten des L. Sacco Krankenhauses in Milan (Italien) kamen, von diesen Störungen berichteten, untersuchten Wissenschaftler aus Italien das Auftreten dieser Symptome bei COVID-19-Patenten genauer.

Wissenschaftler befragten COVID-19-Patienten nach Geschmacks-und Geruchsstörungen

Am 19. März 2020 befragten die Wissenschaftler Patienten, die sich aufgrund von COVID-19 im Krankenhaus befanden, zu Geschmacks- und Geruchsstörungen. Dabei wollten die Wissenschaftler vor allem wissen, ob die Patienten an einer oder beider dieser Störungen litten und wann diese aufgetreten sind (vor oder während des Krankenhausaufenthaltes). Von 88 Patienten, die aufgrund von COVID-19 im Krankenhaus waren, konnten 59 Patienten befragt werden.

Etwa ein Drittel der Patienten berichtete von Geschmacks- oder Geruchsstörungen

Von den 59 Befragten berichteten 20 Patienten (33,9 %), dass sie mindestens von einer der beiden Störungen (Geruchs- und Geschmacksstörungen) betroffen waren. 11 Patienten (18,6 %) litten an beidem, also sowohl an Geruchs- als auch an Geschmacksstörungen. Bei 12 Patienten (20,3 %) traten die Störungen des Geruchs- und/oder Geschmackssinn bereits vor der Krankenhauseinweisung auf, bei den restlichen 8 Patienten (13,5 %) hingegen erst während des Krankenhausaufenthaltes. Störungen im Geschmackssinn traten in den allermeisten Fällen bereits vor der Krankenhauseinweisung auf.

Besonders Frauen berichteten von Störungen des Geschmacks- und Geruchssinns

Auffällig war, dass Frauen häufiger von Störungen des Geschmacks- und Geruchssinns berichteten als Männer. Während 52,6 % der Frauen (10 von 19 Frauen) von solchen betroffen waren, waren es bei den Männern 25 % (10 von 40 Männern; p = 0,036). Außerdem waren Patienten mit mindestens einer dieser Störungen jünger als die Patienten, die weder unter Geschmacksstörungen noch unter Geruchsstörungen litten (mittleres Alter: 56 Jahre vs. 66 Jahre; p = 0,035).

Einige Patienten mit COVID-19 litten somit unter Geschmacks- und/oder Geruchsstörungen. In den meisten Fällen traten diese bereits früh (vor der Krankenhauseinweisung) auf. Die Autoren der Studie regten an, dass es nun interessant wäre, zu untersuchen, ob Patienten, die nicht ins Krankenhaus mussten, ebenso häufig von diesen Symptomen betroffen waren.

[DOI 10.1093/cid/ciaa330]

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