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Multiple Sklerose

Welche Symptome zeichnen das MS-Prodrom aus?

Original Titel:
Fatigue, Sleep Disorders, Anaemia and Pain in the Multiple Sclerosis Prodrome

Kurz & fundiert

  • Welche Symptome zeichnen das MS-Prodrom aus?
  • Kohortenstudie zu Fatigue, Schlafstörungen, Anaemie und Schmerz 5 Jahre vor der MS-Diagnose
  • Anaemien häufiger Warnzeichen bei Männern, Schmerz eher mit zunehmendem Alter

 

DGP – Dass es ein Prodrom der Multiplen Sklerose (MS) gibt, wird inzwischen als sicher angenommen. Welche Symptome im MS-Prodrom besonders auf die spätere Erkrankung hinweisen, ist jetzt die kritische Frage, die vermehrt in Studien gestellt wird. In einer Kohortenstudie wurde nun in einem Zeitraum von 5 Jahren vor einer MS-Diagnose die Zahl der Arztbesuche wegen Fatigue, Schlafstörungen, Anaemie oder Schmerz ermittelt und mit Kontrollpersonen ohne MS verglichen. Dabei zeigten sich Anzeichen für das Prodrom, die sich abhängig von Geschlecht und Alter unterschieden.


Es gibt mehr und mehr Hinweise darauf, dass es eine Vorstufe der Multiplen Sklerose (MS), ein sogenanntes Prodrom gibt. Das Prodrom zu erkennen könnte helfen, MS-Betroffene schneller zu diagnostizieren und die Krankheit früh im Verlauf zu behandeln oder gar zu stoppen. Forscher versuchen daher festzustellen, welche Symptome ein solches Prodrom auszeichnen. Eine Gruppe untersuchte nun, ob Symptome wie Fatigue, Schlafstörungen, Anaemie oder Schmerz Bestandteile eines MS-Prodroms sein könnten.

Welche Symptome zeichnen das MS-Prodrom aus?

Für diese Kohortenstudie mit zu den MS-Patienten passenden Kontrollen wurden administrative und klinische Datenbanken in Kanada zusammengeführt. Aus den Daten wurde bestimmt, wie wahrscheinlich Fatigue, Schlafstörungen, Anaemie und Schmerz in den 5 Jahren vor einer MS-Diagnose (Symptombeginn oder erste Diagnose einer Myelinschicht-Schädigung) auftraten. Dies wurde mit der Wahrscheinlichkeit solcher Symptome in der Kontrollgruppe aus der allgemeinen Bevölkerung verglichen. Außerdem wurde die Häufigkeit der Arztbesuche aufgrund solcher Probleme verglichen. Faktoren wie Alter oder Geschlecht der Personen wurden in der Analyse berücksichtigt.

Kohortenstudie zu Fatigue, Schlafstörungen, Anaemie und Schmerz 5 Jahre vor der MS-Diagnose

Daten von 6 863 MS-Patienten konnten vor dem ersten Demyelinisierungs-Event ermittelt werden und mit 31 865 passenden Kontrollen verglichen werden. Von 966 MS-Patienten lagen Daten vor Symptombeginn vor, die mit 4 534 passenden Kontrollen verglichen werden konnten. In den 5 Jahren vor dem ersten demyelinisierenden Event waren MS-Patienten häufiger wegen Fatigue (adjustierte Odds ratio OR: 3,37; 95 % Konfidenzintervall: 2,76-4,10), Schlafstörungen (adj. OR: 2,61; 95 % Konfidenzintervall: 2,34-2,91), Anaemie (adj. OR: 1,53; 95 % Konfidenzintervall: 1,32-1,78) und Schmerz (adj. OR: 2,15; 95 % Konfidenzintervall: 2,03-2,27) in Behandlung als die Personen in der Kontrollgruppe. Konsistent damit stieg auch die Zahl der Arztbesuche für spätere MS-Patienten in dieser Zeit im Vergleich zu Kontrollen an. Der Zusammenhang zwischen Anaemie und einer späteren MS-Erkrankung war für Männer ausgeprägter. Der Zusammenhang zwischen Schmerz und MS stieg dagegen mit zunehmendem Alter an. Vor den ersten MS-Symptomen waren besonders Schlafstörungen (adj. OR: 1,72; 95 % Konfidenzintervall: 1,12-2,56) und Schmerz (adj. OR: 1,53; 95 % Konfidenzintervall: 1,32-1.,76) häufiger bei den MS-Patienten als bei den passenden Kontrollpersonen.

Anaemien häufiger Warnzeichen bei Männern, Schmerz eher mit zunehmendem Alter

Die Forscher fanden damit, dass Probleme wie Fatigue, Schlafstörungen, Anaemie und Schmerz häufiger vor Erkennen einer MS-Erkrankung auftraten und zu häufigeren Arztbesuchen führten. Anaemien waren besonders bei Männern mit einer späteren MS-Erkrankung häufiger zu sehen, Schmerzen traten mit zunehmendem Alter eher als frühes Symptom und Warnzeichen auf.

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