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Essstörungen bei Frauen mit PCO-Syndrom

Original Titel:
Obesity and depression are risk factors for future eating disorder-related attitudes and behaviors in women with polycystic ovary syndrome

Kurz & fundiert

  • Die Studie untersuchte Essstörungen bei Frauen mit PCO-Syndrom
  • Die Frauen hatten ein erhöhtes Risiko für Essstörungen

 

DGP – Frauen mit PCO-Syndrom haben ein erhöhtes Risiko für Essstörungen. Dadurch könnten sich die Therapie des PCO-Syndroms durch Lebensstilveränderungen erschweren. Ärzte sollten vor allem bei adipösen und depressiven Patientinnen auf Essstörungen achten.


Das PCO-Syndrom ist eine Erkrankung, die auch das Gewicht beeinflusst. So sind Frauen mit PCO-Syndrom überdurchschnittlich oft übergewichtig. Eine Studie aus den USA untersuchte, ob Adipositas und Depressionen das Risiko für Essstörungen bei Frauen mit PCO-Syndrom erhöhen.

Die Studie untersuchte 164 Frauen mit PCO-Syndrom

Die prospektive Kohortenstudie wertete Daten von 164 Frauen mit PCO-Syndrom (nach den Rotterdam-Kriterien) aus. Die Frauen begannen die Studie zwischen 2006 und 2017 und beantworteten in der Beobachtungszeit den EDE-Fragebogen (EDE-Q, Eating Disorder Examination Questionnaire). Der EDE-Q besteht aus mehreren Unterskalen und ergibt einen Gesamtwert zwischen 0 und 6. Höhere Zahlen zeigen schwere Symptome an. Im Durchschnitt wurden die Frauen 5,3 Jahre beobachtet.

Frauen mit PCO-Syndrom hatten höheres Risiko für Essstörungen

Frauen mit PCOS hatten im Vergleich zur normalen Bevölkerung einen höheren EDE-Q (2,3 vs. 1,5) und erzielten höhere Werte bei allen Unterskalen. Bei Frauen mit PCOS zeigten sich, dass einige unabhängige Faktoren hohe EDE-Q-Werte hervorrufen: der BMI, der Taillenumfang, Hyperandrogenämie, hs-CRP und Depressionen. Waren die Frauen zu Beginn der Studie adipös, erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit für einen erhöhten EDE-Q-Wert um das 6,9-fache (OR 6,89). Bei positiven Depressions-Werten erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit um das 3,6-fache (OR 3,59). Nicht weiße Frauen hatten außerdem ein höheres Risiko für schlechte EDE-Q-Werte als weiße Frauen.

Frauen mit PCO-Syndrom haben ein erhöhtes Risiko für Essstörungen. Dadurch könnten sich die Therapie des PCO-Syndroms durch Lebensstilveränderungen erschweren. Ärzte sollten vor allem bei adipösen und depressiven Patientinnen auf Essstörungen achten.

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