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Systematische Analyse: Komplementär Depression mit Curcumin behandeln?

Original Titel:
The efficacy and acceptability of curcumin for the treatment of depression or depressive symptoms: A systematic review and meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Komplementär Depression mit Curcumin behandeln?
  • Systematische Recherche und Meta-Analyse: 10 Studien, 594 Patienten
  • Vielversprechende Ergänzung, aber hohe Unsicherheit in den Studien
  • Verträglichkeit vermutlich akzeptabel
  • Unsichere Evidenz zu Behandlungseffekten mit Curcumin

 

DGP – Die komplementäre Behandlung mit Curcumin bei Depression oder depressiven Symptomen untersuchte eine systematische Recherche mit Meta-Analyse. Aus 10 Studien mit fast 600 Patienten wurde deutlich, dass die Qualität der Evidenz niedrig ist und große Unsicherheit über die Wirksamkeit von Curcumin besteht. Weitere Forschung ist zu erhoffen.


Curcumin ist eine natürliche Substanz, die als komplementäre therapeutische Intervention bei Depression oder depressiven Symptomen untersucht wird. Wie wirksam und akzeptabel eine solche Behandlung ist, wurde nun in einem systematischen Review mit Meta-Analyse evaluiert.

Komplementär Depression mit Curcumin behandeln? Eine systematische Analyse

Die Forscher recherchierten in den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, EMBASE, PsycInfo, Web of Science, Cochrane Library und ClinicalTrials.gov nach Studien bis März 2020. Ermittelt wurde der Effekt von Curcumin auf depressive Symptome, die Ansprech- und Studienabbruchraten sowie adverse Ereignisse.

Insgesamt 594 Patienten aus 10 Studien konnten in der Meta-Analyse berücksichtigt werden. Drei Studien hatten nach Einschätzung der Forscher ein hohes Risiko für Bias, vier Studien hatten einen unklares Risiko und drei Studien ein niedriges Risiko für Bias. Das zusammengefasste Ergebnis deutete auf einen signifikanten Unterschied in

  • Depression oder depressiven Symptomen: SMD = -0,32; 95 % Konfidenzintervall CI: -0,50 – -0,13, I2 = 15 %; n = 594
  • Ansprechraten: OR = 3,20; 95 % CI: 1,28 – 7,99; I2 = 35 %; n = 271

Vielversprechende Ergänzung, aber hohe Unsicherheit in den Studien

Allerdings wurden keine Unterschiede in folgenden Punkten gefunden:

  • Abbruchraten: OR = 1,06, 95 % CI: 0,58 – 1,93, I2 = 0 %, n = 594
  • Verdauungssymptome: OR = 1,27, 95 % CI: 0,69 – 2,32, I2 = 0 %, n = 284
  • Neurologische Symptome: OR = 1,08, 95 % CI: 0,49 – 2,36, I2 = 0 %, n = 284

Verträglichkeit vermutlich akzeptabel

Eine Untergruppenanalyse zeigte, dass Depression mit einer Reduktion assoziiert war (SMD = -0,35, 95 % CI: -0,56 – -0,15, I2 = 7 %, n = 432), depressive Symptome aber nicht (SMD = -0,17, 95 % CI: -0,61 – 0,26, I2 = 40 %, n = 162).

Unsichere Evidenz zu Behandlungseffekten mit Curcumin

Die Wissenschaftler schließen, dass die Qualität der Evidenz niedrig ist und große Unsicherheit über die Wirksamkeit von Curcumin bei der Behandlung von Depression oder depressiven Symptomen besteht. Auch ob die Behandlung akzeptabel ist, bedarf weiterer besserer Studien.

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