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Corona

COVID-19: Fast ein Viertel der CLL-Patienten sprechen in prospektiver Studie auf dritte Impfung mit mRNA-Impfstoff an

Original Titel:
Efficacy of a third BNT162b2 mRNA COVID-19 vaccine dose in patients with CLL who failed standard 2-dose vaccination

Kurz & fundiert

 

DGPCLL-Patienten sprechen deutlich geringer auf eine Covid-19-Impfung mit mRNA-Impfstoff an als andere Personen. In einer prospektiven Studie wurde das Ansprechen von CLL-Patienten auf die dritte COVID-19-Impfung mit mRNA Impfstoff (BNT162b2) untersucht, wenn nach der zweiten Impfung keine Immunantwort erreicht wurde. Die Studie zeigte eine Ansprechrate von 23,8 %. Bei Patienten in aktiver Behandlung war die Ansprechrate geringer als bei Patienten, die noch nicht oder nicht mehr behandelt wurden.


CLL-Patienten haben bei einer COVID-19-Infektion ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf. Da das Immunsystem stark beeinträchtigt ist und meist eine zusätzliche Belastung des Körpers durch die Therapie entsteht, haben Patienten ein erhöhtes Risiko, virale und auch bakterielle Infekte zu entwickeln. Dabei besteht die Gefahr, dass sich eine anhaltende Infektion entwickelt, wenn der Krankheitserreger nicht vollständig durch den Körper entfernt werden kann.

Geringes Ansprechen auf COVID-19-Impfung bei CLL-Patienten

Studien haben gezeigt, dass CLL-Patienten eine geringe Ansprechrate auf eine COVID-19-Impfung mit mRNA-Impfstoffen aufweisen. Bei einer mRNA-Impfung wird die eigene Immunantwort des Körpers stimuliert. Die Impfung liefert den Bauplan für bestimmte Antikörper gegen den Virus, die von den B-Zellen produziert werden. Die T-Zellen haben eine unterstützende Funktion. Die Immunantwort ist bei CLL-Patienten jedoch stark beeinträchtigt, sodass auch das Ansprechen auf den Impfstoff gering ausfällt. Auch die Therapie kann die Immunantwort der Patienten zusätzlich beeinflussen. Dies gilt z. B. für Bruton-Tyrosinkinase-Hemmer (BTK-Hemmer). Diese haben in Studien eine hohe Wirksamkeit in der CLL-Therapie bewiesen. Die BTK-Hemmer erreichen dies über eine Blockade eines wichtigen Signalwegs in den B-Zellen. Da dies jedoch in gesunden als auch in den kranken B-Zellen stattfindet, wird die Antikörperproduktion, die durch den Impfstoff angeregt werden soll, stark beeinträchtigt.

In einer prospektiven Studie wurde nun untersucht, wie CLL-Patienten auf die dritte COVID-19-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ansprechen (BNT162b2), wenn nach der zweiten Impfung keine Immunantwort erreicht wurde. Für die Studie wurden 172 Patienten inkludiert.

Etwa ein Viertel sprechen auf dritte COVID-19-Impfung an

Die Ansprechrate auf die Impfung lag insgesamt bei 23,8 %. Dabei war die Ansprechrate bei aktiv behandelten Patienten niedriger als bei Patienten, die noch keine Therapie hatten oder bei solchen, die sich nicht mehr in Therapie befanden (p < 0,001). Unter den 28 Patienten, die innerhalb der letzten 12 Monate mit Anti-CD20-Antikörpern behandelt wurden, zeigte nur ein Patient eine Immunantwort.

  • Ansprechrate Patienten in Behandlung: 12,0 %
  • Ansprechrate bei therapienaiven Patienten: 40,0 %; Odds Ratio, OR: 4,9; 95 % Konfidenzintervall, KI: 1,9 – 12,9; p < 0,001
  • Ansprechrate bei Patienten nach Therapie: 40,6 %; OR: 5,0; 95 % KI: 1,8 – 14,1; p < 0,001

In einer statistischen Analyse wurden die Faktoren ermittelt, die mit einem Ansprechen auf die Impfung assoziiert waren:

  • Keine aktive Therapie: OR: 5,6; 95 % KI: 2,3 – 13,8; p < 0,001
  • Serum-Immunglobulin A-Spiegel ≥ 80 mg/dL: OR: 5,8; 95 % KI: 2,1 – 15,9; p < 0,001

Die Autoren schlussfolgerten, dass bei einer dritten Impfung etwa ein Viertel der CLL-Patienten eine Immunantwort zeigten.

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