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Mirikizumab zur Induktions- und Erhaltungstherapie bei Colitis ulcerosa

Original Titel:
Mirikizumab as Induction and Maintenance Therapy for Ulcerative Colitis

Kurz & fundiert

  • Mirikizumab bei Colitis ulcerosa sicher und wirksam?
  • Monoklonaler Antikörper zur Behandlung der CU
  • Phase-III-Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit
  • Induktionsstudie: Mirikizumab 300 mg intravenös alle 4 Wochen über 12 Wochen (n = 1 281)
  • Erhaltungsstudie: Mirikizumab 200 mg intravenös alle 4 Wochen über 40 Wochen (n = 544)
  • Signifikant wirksam zu Induktion und Aufrechterhaltung klinischer Remission

 

DGP – In zwei Phase-III-Studien wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von Mirikizumab bei Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa untersucht. Der monoklonale Antikörper war bei der Induktion und Aufrechterhaltung einer klinischen Remission signifikant wirksamer als ein Placebo.


Der Wirkstoff Miricizumab bindet an die Untereinheit des Botenstoffs Interleukin-23. Dadurch wird die Interaktion von IL-23 mit dem entsprechenden Rezeptor und die damit verbundene Freisetzung von entzündungsfördernden Zytokinen gehemmt. Mirikizumab zeigte in einer Phase-II-Studie Wirksamkeit bei der Behandlung von Colitis ulcerosa.

Induktions- und Erhaltungsstudie zu Mirikizumab bei Colitis ulcerosa

US-amerikanische Wissenschaftler haben nun 2 randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studien mit Mirikizumab bei Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa durchgeführt. In der Induktionsstudie wurden die Studienteilnehmer im Verhältnis 3:1 einer intravenösen Behandlung mit Mirikizumab (300 mg) oder Placebo alle 4 Wochen über einen Zeitraum von 12 Wochen zugeteilt. In der Erhaltungsstudie wurden Studienteilnehmer, die auf die Induktionstherapie mit Mirikizumab angesprochen hatten, im Verhältnis 2:1 einer Behandlung mit Mirikizumab (200 mg) oder Placebo zugeteilt. Die Behandlung erfolgte alle 4 Wochen über einen Zeitraum von 40 Wochen. Der primäre Endpunkt war die klinische Remission in Woche 12 der Induktionsstudie und in Woche 40 (nach insgesamt 52 Wochen) der Erhaltungsstudie. Die wichtigsten sekundären Endpunkte waren das klinische Ansprechen, die endoskopische Remission und die Verbesserung des Stuhldrangs. Patienten, die in der Induktionsstudie nicht auf den Antikörper angesprochen hatten, konnten in den ersten 12 Wochen der Erhaltungsstudie unverblindet Mirikizumab als erweiterte Induktionstherapie erhalten. Zudem wurde die Sicherheit bewertet.

Doppelblind-Induktionsstudie mit 1 281 Patienten, Erhaltungsstudie mit 544 Patienten

Insgesamt 1 281 Patienten wurden in die Induktionsstudie aufgenommen, 544 Patienten mit einem Ansprechen auf Mirikizumab wurden in die Erhaltungsstudie einbezogen und erneut randomisiert. Signifikant höhere Prozentsätze der Patienten in der Mirikizumab-Gruppe als in der Placebogruppe zeigten eine klinische Remission in Woche 12 der Induktionsstudie (Mirikizumab: 24,2 % vs. Placebo: 13,3 %; p < 0,001) sowie in Woche 40 der Erhaltungsstudie (Mirikizumab: 49,9 % vs. Placebo: 25,1 %; p < 0,001). Die Kriterien für alle wichtigen sekundären Endpunkte wurden in beiden Studien erfüllt.

Höhere Remissionsraten in Mirikizumab-Gruppe im Vergleich zu Placebo

Unerwünschte Ereignisse wie Nasopharyngitis und Arthralgie wurden unter Mirikizumab häufiger berichtet als unter Placebo. Von den 1 217 Patienten, die in den beiden Studien während der kontrollierten und unkontrollierten Phasen (einschließlich der open-label-Verlängerungs- und Erhaltungsphasen) mit Mirikizumab behandelt wurden, hatten 15 eine opportunistische Infektion (6 Herpes Zoster-Infektionen) und 8 erhielten eine Krebsdiagnose (3 Darmkrebsfälle). Unter den Patienten, die in der Induktionsstudie ein Placebo erhielten, gab es eine Herpes Zoster-Infektion und keine Krebserkrankungen.

Mirikizumab bei Colitis ulcerosa wirksam und sicher

Mirikizumab war demnach bei der Induktion und Aufrechterhaltung einer klinischen Remission bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa wirksamer als Placebo. Bei einer geringen Anzahl der mit Mirikizumab behandelten Patienten traten opportunistische Infektionen oder Krebs auf.

 

 

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