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Brustkrebs: Kompressionsärmel können Lymphstau-Risiko nach Lymphadenektomie verringern

Original Titel:
Prophylactic Use of Compression Sleeves Reduces the Incidence of Arm Swelling in Women at High Risk of Breast Cancer-Related Lymphedema: A Randomized Controlled Trial

Kurz & fundiert

  • Hilft prophylaktische Verwendung von Kompressionsärmeln nach Brustkrebs-OP?
  • Randomisiert-kontrollierte Studiemit 307 Patientinnen
  • Untersuchung von Auftreten von Armschwellungen nach Lymphadenektomie
  • Risiko für Armschwellungen mit Kompressionsärmeln in Jahr 1 nach der Operation signifikant geringer
  • Risiko für Lymphstaus womöglich reduziert

 

DGP – Brustkrebspatientinnen, die sich einer Lymphadenektomie unterziehen, haben ein hohes Risiko ein Lymphödem zu entwickeln. In einer randomisierten kontrollierten Studie wurde untersucht, ob die Verwendung von Kompressionsärmeln einen Einfluss auf das Auftreten von Armschwellungen im ersten Jahr nach der Operation hatte. Die Verwendung der Kompressionsärmel war mit einer signifikanten Assoziation von Armschwellungen assoziiert, was sich auf das Auftreten eines Lymphödems auswirken könnte.


Eine Lymphadenektomie im Rahmen der Brustkrebsoperation kann Armschwellungen bei den Patientinnen verursachen. Treten im ersten Jahr nach der Operation Schwellungen im Arm auf, gilt die Entwicklung eines Lymphstaus als wahrscheinlich.

Lymphstau: Gestörtert Lymphabfluss nach Brustkrebs-OP

Ein Lymphstau (Lymphödem) kann in Folge einer Lymphadenektomie (der operativen Entfernung von Lymphknoten) auftreten. Es handelt sich dabei um eine Ansammlung von Flüssigkeit in den Zellzwischenräumen, die durch einen gestörten Lymphabfluss bedingt wird. Dies sorgt dafür, dass sich die Flüssigkeit anstaut und eine Schwellung entsteht. Die Wahrscheinlichkeit für eine solche Komplikation steigt mit der Anzahl der entfernten Lymphknoten. Durch den Lymphstau kann es zu einer leichten, behandelbaren Schwellung kommen. Eine starke Beeinträchtigung des Abflusses der Lymphflüssigkeit kann aber auch eine starke Schwellung verursachen, die in späteren Stadien der Beeinflussung irreversibel sein kann. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sich durch die starke Anstauung neues, sich verhärtendes Bindegewebe an der betroffenen Stelle bildet.

Studie untersucht prophylaktischen Einsatz von Kompressionsärmeln

In einer randomisierten kontrollierten Studie wurde der Einsatz von Kompressionsärmeln nach den Lymphadenektomie im Rahmen der Brustkrebsoperation untersucht. Für die Studie wurden 307 Frauen randomisiert in einer Kontroll- und eine Kompressionsgruppe aufgeteilt. Die Kompressionsgruppe erhielt nach der Operation zwei Kompressionsärmel, die für drei Monate bis zum Abschluss der adjuvanten Therapie getragen werden sollten. Armschwellungen wurden in Form von Messung der relativen Volumenzunahme und durch eine Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) durchgeführt. Bei dieser wird die Körperzusammensetzung anhand der unterschiedlichen Leitfähigkeit des Gewebes durch das Anlegen von Elektroden an der betroffenen Stelle untersucht (die Patientin spürt dabei nichts von dem fließenden Strom). Für den Vergleich wurde das 95 % Konfidenzinterval des Hazard Ratios (HR) gebildet.

Risiko für das Entwickeln von Armschwellungen in der Kompressionsgruppe geringer

Die Anwendung der Kompressionsärmel war im ersten Jahr nach der Operation mit einem signifikant geringeren Risiko für die Entwicklung von Armschwellungen assoziiert. Die HR für die Entwicklung einer Armschwellung in der Kompressionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe betrug 0,61 (95 % KI: 0,43 – 0,85; p = 0,004) auf Grundlage der BIA und 0,56 (95 % KI: 0,33 – 0,96; p = 0,034) auf der Grundlage der relativen Volumenzunahme.

Die Autoren schlussfolgerten, dass die Anwendung von Kompressionsärmeln das Risiko von Armschwellungen im ersten Jahr nach der Lymphadenektomie signifikant reduziere.

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