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Konventionelle versus hypofraktionierte Bestrahlung bei Brustkrebs

Original Titel:
Moderately hypofractionated post-operative radiation therapy for breast cancer: Systematic review and meta-analysis of randomized clinical trials

Kurz & fundiert

  • Adjuvante Strahlentherapie bei Brustkrebs
  • Hypofraktionierte vs. konventionelle Bestrahlung
  • Meta-Analyse: 8 Studien, über 12 000 Patientinnen
  • Keine signifikanten Unterschiede bezüglich Wirksamkeit und Sicherheit

 

DGP – Bei Brustkrebs ist eine adjuvante Strahlentherapie ein zentrales Behandlungselement, um nach einer Operation die Heilungschancen zu erhöhen und die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls zu reduzieren. Hierbei wird vermehrt hypofraktionierte Bestrahlung eingesetzt. In einer Meta-Analyse haben Wissenschaftler die Wirksamkeit und Sicherheit von hypofraktionierter mit konventionell fraktionierter Bestrahlung verglichen und keine signifikanten Unterschiede bezüglich Wirksamkeit und Sicherheit festgestellt.


Hypofraktionierte Bestrahlung ermöglicht eine deutlich kürzere Therapiezeit, da die Einzelstrahlendosis im Vergleich zur konventionell fraktionierten Bestrahlung erhöht wird. Während bei konventionell fraktionierter Bestrahlung eine Behandlung über einen Zeitraum von 5-6 Wochen mit 25-28 Einzelterminen der Standard ist, kann die Behandlung mit hypofraktionierter Bestrahlung in drei Wochen mit 15 Einzelterminen abgeschlossen werden. Dies reduziert nicht nur die Behandlungszeit für die Patientinnen, sondern bedeutet auch eine Entlastung für die Gesundheitsdienstleister und eine Reduktion der Wartezeiten.

Wissenschaftler haben nun versucht, die Ergebnisse von Studien, die den Vergleich der Therapiearten untersuchen, zusammenzufassen. Hierfür wurden randomisierte Phase-III-Studien aus den medizinisch-wissenschaftlichen Datenbanken MEDLINE, EMBASE und LILACS ermittelt und in einer Meta-Analyse verglichen. Es wurden acht Studien mit insgesamt 12 139 Patientinnen inkludiert.

Keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Effektivität

Bezüglich des Auftretens von lokalem und regionärem Rezidiv, sowie hinsichtlich der krankheitsfreien Überlebensrate und der Gesamtüberlebensrate konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen der hypofraktionierten und der konventionell fraktionierten Bestrahlung festgestellt werden.

Keine signifikanten Unterschiede bei den Nebenwirkungen

Schwere Nebenwirkungen traten bei beiden Behandlungsarten selten auf. Akute Nebenwirkungen und spät auftretende Nebenwirkungen sowie die Heilungsgeschwindigkeit mit Hinblick auf kosmetische Aspekte waren bei beide Behandlungsarten ähnlich, wobei eine Tendenz zu besseren Ergebnissen bei der hypofraktionierten Bestrahlung bestand.

Die Autoren schlussfolgerten, dass hypofraktionierte Bestrahlung mindestens genau so effektiv und sicher sei wie die konventionell fraktionierte Bestrahlung, und für die meisten, wenn nicht sogar für alle Brustkrebspatienten, eine Behandlungsalternative darstellen sollte.

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