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Wird eine vorbeugende ASS-Therapie abgebrochen, steigt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall

Original Titel:
Low-Dose Aspirin Discontinuation and Risk of Cardiovascular Events: A Swedish Nationwide, Population-Based Cohort Study.

Patienten, die unter der koronaren Herzkrankheit (KHK) leiden, haben ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen. Um dieses Risiko zu senken, wird ihnen die tägliche Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) in einer niedrigen Dosis (100 mg) empfohlen. Der Wirkstoff ASS verhindert, dass Blutplättchen verklumpen, sich an die Gefäßwände anlagern und so die Blutgefäße verstopfen. Die ASS-Therapie sollte von KHK-Patienten nach Möglichkeit ein Leben lang fortgeführt werden. Viele Patienten brechen diese Behandlung jedoch ab.

Welche Folgen dieser Therapieabbruch haben kann, untersuchte nun ein schwedisches Forscherteam aus Medizinern und Biologen. Sie beobachteten durchschnittlich über 3 Jahre hinweg den Krankheitsverlauf von 601527 schwedischen Patienten, die eine niedrige ASS-Dosis vorbeugend einnehmen sollten und über 40 Jahre alt waren. Während dieser Zeit kam es zu insgesamt 62690 kardiovaskulären Ereignissen. Dazu zählten Herzinfarkte, Schlaganfälle und Todesfälle aufgrund einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Patienten, die die ASS-Einnahme abgebrochen haben, erlitten häufiger ein kardiovaskuläres Ereignis als die Patienten, die die Einnahme kontinuierlich fortsetzten. Das Risiko erhöhte sich bei Abbruch um 37 %. Das bedeutete, dass pro Jahr jeder 74. Patient, der die ASS-Therapie abbrach, ein zusätzliches kardiovaskuläres Ereignis erlitt. Bei Patienten mit bereits diagnostizierter Herz-Kreislauf-Erkrankung war das Risiko nach einem Therapieabbruch noch höher: Das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse stieg bei diesen Patienten nach einem Therapieabbruch sogar um 46 % an, was einem zusätzlichen kardiovaskulären Ereignis pro 36 Patienten pro Jahr entsprach. Dieses Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis stieg bereits kurz nach Abbruch der Therapie an und blieb über den kompletten beobachteten Zeitraum erhalten.

Ein Abbruch der vorbeugenden, niedrigdosierten Langzeit-ASS-Therapie erhöhte das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse um mehr als 30 %. Wenn keine Gründe, wie beispielsweise Operationen oder Blutungen, gegen eine ASS-Einnahme sprechen, sollte diese dauerhaft fortgeführt werden.

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