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Übersichtsstudie findet erhöhtes Diabetesrisiko bei manchen Neuroleptika zur Behandlung von Depressionen

Original Titel:
Second-Generation Antipsychotics and Metabolic Side Effects: A Systematic Review of Population-Based Studies

Nebenwirkungen sind ein kritisches Thema bei der Behandlung von Depressionen oder der Bipolaren Störung. In klinischen Studien zur Ermittlung der Wirksamkeit und Sicherheit neuerer Antipsychotika oder Neuroleptika wurden bereits Hinweise auf vermehrte Stoffwechselstörungen gefunden. Gerade diese Medikamente werden inzwischen aber weltweit auch außerhalb ihrer ursprünglichen Indikation eingesetzt. Wie klar sich die Ergebnisse der kontrollierten Studien auf die gesamte behandelte Patientengruppe übertragen lässt, war daher bisher unklar.

Die klinische Neurowissenschaftlerin Prof. Pringsheim und Kollegen verschiedener psychiatrischer und neurologischer Forschungseinrichtungen im kanadischen Calgary untersuchten daher nun in einer vergleichenden Übersichtsstudie, welche Auswirkungen Antipsychotika der zweiten Generation auf den Stoffwechsel der Patienten haben. Dazu wurden größere Studien gesucht, die mindestens eine Wirkung auf den Metabolismus der Patienten ermittelten. In der Übersichtsanalyse wurde auch die jeweilige Studienqualität bestimmt und berücksichtigt.

Insgesamt konnten 15 Studien gefunden werden, die diesen Ansprüchen entsprachen. Als häufigste Nebenwirkung wurde Diabetes Typ 2 festgestellt. Die Medikamente, die am stärksten im Zusammenhang mit einer Diabeteserkrankung standen, waren Clozapin und Olanzapin. Schwächere Hinweise auf eine Diabetesnebenwirkung, die auch nicht in allen Studien gleichermaßen auftauchten, fanden sich für Risperidon und Quetiapin. Nur wenige Studien untersuchten andere mögliche Auswirkungen auf den Stoffwechsel der Patienten. Damit ist die Datenlage in Bezug auf solche Nebenwirkungen leider noch sehr unbefriedigend.

Insgesamt zeigt sich damit ein ungenügendes Bild der Stoffwechseleffekte der Antipsychotika. Es wurde aber deutlich, dass Patienten vor allem mit Clozapin und Olanzapin häufiger mit Nebenwirkungen wie einer Diabeteserkrankung zu kämpfen haben. Bei bestehenden Risikofaktoren für Diabetes sollte also überprüft werden, ob alternative Medikamente eventuell sinnvoller sein könnten. Die Studie legt damit auch nahe, dass eine regelmäßige Diabetesvorsorgeuntersuchung bei Behandlungen dieser Art angebracht ist.

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