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Der Bildungsstand und regelmäßige Kontrolluntersuchungen beeinflussen die körperliche Aktivität von KHK-Patienten

Original Titel:
Parameters influencing the physical activity of patients with a history of coronary revascularization.

Die koronare Herzkrankheit (KHK) zählt weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Patienten, die unter der KHK leiden, wird regelmäßige Bewegung empfohlen. Es konnte nämlich gezeigt werden, dass regelmäßige, körperliche Aktivität das Sterberisiko von KHK-Patienten senkt (Studie von Stewart und Kollegen, 2017 in der medizinischen Fachzeitschrift Journal of the American College of Cardiology veröffentlicht). Die körperliche Fitness hat demnach bei der Behandlung von KHK-Patienten einen großen Stellenwert.

In einer Studie untersuchten Forscher aus verschiedenen Ländern gemeinsam, wodurch die sportliche Aktivität von KHK-Patienten, die sich bereits einem Eingriff zur Wiederherstellung der Durchblutung (Revaskularisation) unterziehen mussten, beeinflusst wird. Hierzu wurden Daten von 202 ambulanten Patienten, die mindestens sechs Monate vor Beginn der Studie eine Revaskularisations-Maßnahme erhalten hatten, gesammelt. Mit Hilfe eines Fragebogens wurden Informationen über die körperliche Aktivität und die Krankengeschichte der Patienten abgefragt. Die Patienten waren im Durchschnitt 61,3 Jahre alt. 73 % waren männlich. Bei 104 der Patienten (51 %) wurden die Verengungen der Koronararterien mit einem Ballonkatheter erweitert (PCI kurz für percutaneous coronary intervention). Bei dieser Methode wird ein zunächst nicht entfalteter Ballon an der Spitze eines Katheters zu der verengten Stelle der Arterie geführt und dort anschließend gedehnt. Eine Alternative zu dem Ballonkatheter bietet die Bypass-Operation. Hierbei wird eine Blutgefäßbrücke über die verengte Koronararterie gebildet, so dass das Blut die Verengung umgehen kann. Dies wurde bei 67 der Patienten (33 %) durchgeführt. 31 Patienten (15 %) hatten beide Revaskularisations-Methoden hinter sich. Die Befragung ergab, dass sich nur 46 Patienten (23 %) regelmäßig sportlich betätigten (mindestens zweimal wöchentlich mindestens 30 Minuten Sport). Das Alter, Begleiterkrankungen und die Methode der Revaskularisation hatten keinen Einfluss auf die sportliche Aktivität der Patienten. Anders sah es aus, wenn der Bildungsstand und die Häufigkeit der regelmäßigen Nachuntersuchungen berücksichtigt wurden. Die Patienten, die einen niedrigen Bildungsstand hatten oder bei denen regelmäßige Nachuntersuchungen fehlten, hielten sich häufiger nicht an den Rat, sich körperlich fit zu halten, als Patienten mit höheren Bildungsstand und regelmäßigen Kontrollterminen.

KHK-Patienten, die sich einem Eingriff zur Wiederherstellung der Durchblutung unterziehen mussten, waren seltener sportlich aktiv, wenn sie einen niedrigen Bildungsstand oder keine regelmäßigen Nachuntersuchungen hatten.

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