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COPD

Vorteile durch kombinierte Anwendung inhalativer Medikamente bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung

Original Titel:
Discovering the Relative Efficacy of Inhaled Medications for Chronic Obstructive Pulmonary Disease: Multiple Treatment Comparisons

Für die Behandlung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) kommen drei verschiedene Klassen von inhalativen Medikamenten zum Einsatz. Dabei handelt es sich um inhalative Kortikosteroide (ICS), langwirksame Beta-2-Sympathomimetika (LABA) und langwirksame Muskarinrezeptor-Antagonisten (LAMA). Die Kortikosteroide wirken entzündungshemmend, während die Beta-2-Sympathomimetika und die Muskarinrezeptor-Antagonisten die Atemwege erweitern. Die bronchienerweiternde Wirkung der Beta-2-Sympathomimetika und der Muskarinrezeptor-Antagonisten beruht auf unterschiedliche Mechanismen. Um die Wirksamkeit der Behandlung zu steigern, werden diese inhalative Medikamente häufig miteinander kombiniert.

Um einen Überblick über die Wirksamkeit verschiedener Wirkstoff-Kombinationen zu erhalten, fasste ein chinesisches Forscherteam 76 alte Studien zusammen und wertete diese neu aus. Die Wirkung von inhalativen Medikamenten wurde anhand der Veränderung der Lungenfunktion (gemessen durch die Einsekundenkapazität: Luftmenge, die nach tiefem Einatmen in einer Sekunde ausgestoßen werden kann) und anhand eines Fragebogens zur Abschätzung der krankheitsspezifischen Lebensqualität bei erwachsenen Patienten mit COPD (St George’s Respiratory Questionnaire) ermittelt. Die Ergebnisse zeigten, dass die Lungenfunktion sowohl durch die Anwendung von Beta-2-Adrenozeptor-Agonisten als auch durch die Inhalation von Muskarinrezeptor-Antagonisten verbessert werden konnte. Dies war auch der Fall, wenn beide Wirkstoffe miteinander kombiniert oder Beta-2-Adrenozeptor-Agonisten zusammen mit Kortikosteroide inhaliert wurden. Der größte Effekt konnte jedoch erzielt werden, wenn alle drei Wirkstoff-Klassen (inhalative Kortikosteroide, langwirksame Beta-2-Sympathomimetika und langwirksame Muskarinrezeptor-Antagonisten) gemeinsam verwendet wurden. Bei den Patienten, die mit dieser Kombination therapiert wurden, verbesserte sich die Lungenfunktion und die Lebensqualität im Vergleich zu den Patienten, die stattdessen ein Placebo bekamen, am stärksten.

Eine kombinierte Therapie mit inhalative Kortikosteroide, Beta-2-Sympathomimetika und Muskarinrezeptor-Antagonisten erzielte somit bei COPD-Patienten den besten therapeutischen Effekt.

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