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Morbus Crohn

Patienten mit einer entzündlichen Darmerkrankung haben ein größeres Risiko für andere immunvermittelte Krankheiten

Original Titel:
Patients with inflammatory bowel disease have increased risk of autoimmune and inflammatory diseases.

Die Ursachen für die Entwicklung von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sind noch nicht bekannt. Bisher wird angenommen, dass diese Krankheiten durch fehlerhafte Entzündungsreaktionen hervorgerufen werden. Es konnten genetische Faktoren identifiziert werden, die bei der Entwicklung der Erkrankung eine Rolle zu spielen scheinen. Diese genetischen Faktoren wurden auch bei Patienten mit anderen immunvermittelte Krankheiten gefunden, was bedeutet, dass es vermutlich Gemeinsamkeiten zwischen den molekularen Mechanismen der Erkrankungen gibt.

In einer Studie aus Dänemark sollte untersucht werden, ob immunvermittelte Krankheiten bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen häufiger vorkommen. Hierzu wurden Daten aus dem dänischen, nationalen Patienteregister eingeholt. Im Dezember 2013 waren dort 47325 Patienten mit einer chronischen Darmentzündung registriert (31066 an Colitis ulcerosa, 13343 an Morbus Crohn und 2916 an beidem). Entsprechende Daten für Kontrollgruppen, die den jeweiligen Patientengruppen im Bezug auf das Alter, die Geschlechterverteilung und Wohnsitz entsprachen, wurden aus den Daten des Danish Civil Registration System (CRS) entnommen. Der Vergleich der Patientengruppen mit den Kontrollgruppen ergab, dass viele immunvermittelte Krankheiten häufiger bei Patienten vorkamen, die unter einer chronischen Darmentzündung litten. 10 dieser Erkrankungen kamen sowohl bei Morbus Crohn-Patienten als auch bei Colitis ulcerosa-Patienten vermehrt vor. 6 Erkrankungen traten nur bei Patienten mit Colitis ulcerosa öfter auf, wohingegen das Risiko für 2 Erkrankungen nur bei Morbus Crohn-Patienten erhöht war. Bei den 10 Erkrankungen, unter denen sowohl Morbus Crohn-Patienten als auch Patienten mit Colitis ulcerosa häufiger litten als die jeweiligen Kontrollgruppen, handelte es sich um folgende: Asthma, Schuppenflechte, Dermatitis ulcerosa, rheumatoide Arthritis, Sarkoidose, Iridozyklitis, Typ-1-Diabetes, Zöliakie, Primär sklerosierende Cholangitis und Spondylitis ankylosans. Von diesen Erkrankungen war das Risiko für die rheumatoide Arthritis jedoch nur bei weiblichen Patienten und das für die Sarkoidose nur bei männlichen Patienten erhöht. Die 6 Erkrankungen, die bei Patienten mit Colitis ulcerosa, nicht aber bei Morbus Crohn-Patienten, vermehrt auftraten, umfassten folgende: Morbus Basedow, Primär biliäre Cholangitis, Autoimmunhepatitis, Polymyalgia rheumatica, Arteriitis temporalis und atrophische Gastritis. Das Risiko für die drei letzteren war jedoch nur bei weiblichen Patienten erhöht. Andersrum war das Risiko für Psoriasis-Arthritis und Episkleritis bei Morbus Crohn-Patienten größer als bei Colitis ulcerosa-Patienten und der Kontrollgruppe. Dies war jedoch nur bei Frauen der Fall.

Patienten mit chronischen Darmentzündungen hatten somit ein höheres Risiko an immunvermittelte Krankheiten zu erkranken. Die Autoren der Studie nehmen an, dass sich dieser Erkrankungen möglicherweise gemeinsame molekulare Mechanismen teilen.

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