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PCO-Syndrom

Metformin zeigt keinen positiven Effekt für In-Vitro-Fertilisation bei PCOS-Patientinnen

Original Titel:
The effect of metformin use on pregnancy rates among polycystic ovary syndrome patients undergoing in vitro fertilization: A retrospective-cohort study.

Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine Stoffwechselstörung bei geschlechtsreifen Frauen. Sie wird charakterisiert durch Zystenbildung, Zyklusstörung und ein erhöhtes Level männlicher Geschlechtshormone. Häufig treten zusätzlich Übergewicht und Zuckerverwertungsstörungen auf. Die Krankheit ist eine der häufigsten Gründe für Unfruchtbarkeit bei Frauen. Metformin ist eigentlich ein Wirkstoff, der zur Behandlung von Diabetes und Übergewicht eingesetzt wird. Mittlerweile wird Metformin auch zur Bekämpfung von Zyklusstörungen bei PCOS-Patientinnen verwendet. Der Wirkstoff kann die Konzentration von Insulin und männlicher Hormone senken und die Eisprungrate verbessern. Zudem wird der Wirkstoff auch bei vielen PCOS-Patientinnen eingesetzt, die eine In-Vitro-Fertilisation (IVF) durchlaufen. Er kann das Risiko einer Überstimulation durch Hormone verringern. Im Behandlungsverlauf kommt es zu einer Stimulation der Eierstöcke. Dabei wird die Eizellreifung hormonell stimuliert. Dies geschieht entweder durch Clomifen, Leuprorelin oder Gonadotropine. Gonadotropinpräparate enthalten entweder nur FSH (Follikelstimulierendes Hormon) oder eine Kombination von LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH. FSH fördern das Wachsen der Eibläschen (Follikelwachstum), während LH die Sekretion von weiblichen und männlichen Geschlechtshormonen anregt.

Eine Studie testete jetzt die Effizienz einer Einnahme von Metformin bei hormoneller Stimulation mit Gonadotropinen. Dafür wurden 210 PCOS-Patientinnen gestestet. Alle Frauen durchliefen eine In-Vitro-Fertilisation mit hormoneller Stimulation durch Gonadotropine. 109 Frauen nahmen zusätzlich Metformin ein. Frauen, die Metformin einnahmen, hatten eine 16 % geringere Chance, schwanger zu werden. Die Studie gibt daher Hinweise darauf, dass Metformin keine Auswirkungen auf die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit bei PCOS-Patientinnen hat.

Die Einnahme von Metformin während der künstlichen Befruchtung ist bei Ärzten umstritten. Die Studie deutete jetzt an, dass es keine positiven Effekte auf die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit bei PCOS-Patientinnen hat. Weiterhin sollte also abgewogen werden, wann eine Behandlung mit Metformin sinnvoll ist.

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