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Müssen Kinder und Jugendliche mit einer chronischen Darmerkrankung heutzutage häufiger operiert werden?

Original Titel:
Surgical treatment in childhood-onset inflammatory bowel disease -A nationwide register-based study of 4,695 incident patients in Sweden 2002-2014.

Chronische Darmentzündungen können häufig bereits im Kindes- oder Jugendalter (unter 18 Jahren) auftreten. Weltweit steigt die Zahl der Neuerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Einige Studie geben Hinweise darauf, dass die Minderjährigen, die heutzutage an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkranken, einen schwereren Krankheitsverlauf aufweisen. Wenn die Behandlung von chronischen Darmentzündungen mit Medikamenten nicht ausreicht oder wenn es zu Komplikationen kommt, sind Operationen unausweichlich. Einerseits lässt sich vermuten, dass die Kinder und Jugendlichen heutzutage wegen des möglicherweise schweren Krankheitsverlaufs häufiger operiert werden müssen, andererseits hat sich auch die medizinische Behandlung verbessert, was sich ebenfalls auf die Häufigkeit von notwendigen Operationen auswirken könnte.

Ein schwedisches Forscherteam untersuchte mit Unterstützung aus England und den USA, ob sich die Häufigkeit der Operationen (Entfernung eines Darmabschnitts oder des kompletten Dickdarms oder Operationen um den After) von Patienten, die seit ihrer Kindheit an einer chronischen Darmerkrankung leiden, im Laufe der Zeit geändert hat. Hierzu werteten sie Daten von insgesamt 4695 schwedischen Kindern (44 % Mädchen und 56 % Jungen) aus, bei denen zwischen 2002 und 2014 eine chronisch entzündliche Darmerkrankung diagnostiziert wurde. 2295 Kinder litten an Colitis ulcerosa, während 2174 von Morbus Crohn betroffen waren. Bei den restlichen 226 Kindern konnte die chronische Darmentzündung nicht weiter klassifiziert werden. Bei der Hälfte der Kinder wurde die Erkrankung vor ihrem 15. Lebensjahr diagnostiziert. Die Kinder wurden durch die Studie höchstens bis zu ihrem 31. Lebensjahr begleitet. Die Auswertung der Daten zeigte, dass sich 5 % der Kinder mit Colitis ulcerosa in einem Zeitraum von 3 Jahren einer Darmoperation unterziehen mussten. Bei den Patienten mit Morbus Crohn war es bei 7 % der Fall. Das Risiko, sich einer Operation unterziehen zu müssen, war bei Kindern, die zum Zeitpunkt der Diagnose jünger als 6 Jahre waren, geringer (3 %) als bei Kindern, bei denen die Erkrankung erst im Alter zwischen 15 und 17 Jahren diagnostiziert wurde (7 %).

Seit den letzten 13 Jahren hat sich das Risiko für Operationen aufgrund von chronischen Darmentzündungen, die bereits in der Kindheit einsetzten, nicht verändert.

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