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PCO-Syndrom

Frauen mit PCO-Syndrom haben erhöhte BPA-Konzentration im Blut

Original Titel:
The association between the environmental endocrine disruptor bisphenol A and polycystic ovary syndrome: a systematic review and meta-analysis

Bisphenol A (BPA) ist ein Ausgangsstoff zur Herstellung von Kunststoff. Es ist daher in vielen alltäglichen Gebrauchsgegenständen wie Konservendosen, Getränkeflaschen, Kassenbons und Zahnmaterial enthalten. Vor allem bei Wärme kann sich BPA aus dem Plastik lösen und in Lebensmittel und Getränke übergehen. Studien deuten immer wieder an, dass BPA das hormonelle Gleichgewicht im Körper negativ beeinflussen kann. Eine Studie aus China untersuchte jetzt den Zusammenhang von BPA und Polyzystischem Ovarialsyndrom.

Das Polyzystische Ovarialsyndrom ist eine Hormonstörung bei Frauen, bei der es zu einem erhöhten Level männlicher Geschlechtshormone und damit verbundenen Zyklusstörungen und Veränderungen der Eierstöcke kommt. Durch das erhöhte Level männlicher Geschlechtshormone tritt auch eine Vermännlichung (Hyperandrogenimus) mit Akne und männlicher Körperbehaarung auf. Darüber hinaus ist häufig auch der Fett- und Zuckerstoffwechsel gestört, was zu einer erhöhten Insulinresistenz beziehungsweise Diabetes und Übergewicht führen kann. Das PCO-Syndrom kann auch ein Grund für Unfruchtbarkeit sein. BPA kann das hormonelle Gleichgewicht stören und die männlichen Geschlechtshormone beeinflussen. Schon seit einigen Jahren wird der Einfluss von BPA auf Unfruchtbarkeit aber auch auf Diabetes, Herz- Kreislauferkrankungen und Fettleibigkeit diskutiert. Babyflaschen mit BPA sind mittlerweile in Deutschland verboten. BPA kann in Blut und Urin nachgewiesen werden.

Die Wissenschaftler werteten die Daten von 9 Studien mit insgesamt 493 PCOS-Patientinnen und 440 Kontrollpersonen aus. Bei PCOS-Patientinnen konnte eine erhöhte BPA-Konzentration im Blut festgestellt werden im Vergleich zu Frauen aus der Kontrollgruppe. Dabei war eine erhöhte BPA-Konzentration auch mit einem erhöhten Gewicht und einer erhöhten Insulinresistenz verbunden.

Die Studie deutet daher an, dass eine erhöhte BPA-Konzentration im Blut mit dem PCO-Syndrom assoziiert sein könnte. Hyperandrogenimus, Insulinresistenz und Übergewicht könnten daher mit BPA verbunden sein. Um die genauen Mechanismen der BPA-Wirkung und den Zusammenhang zwischen BPA und PCO-Syndrom weiter aufzuklären, sind allerdings weitere Studien erforderlich.

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Referenzen:

Hu Y, Wen S, Yuan D, et al. The association between the environmental endocrine disruptor bisphenol A and polycystic ovary syndrome: a systematic review and meta-analysis. Gynecol Endocrinol. November 2017:1-8. doi:10.1080/09513590.2017.1405931.