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Bei Lymphdrüsenkrebs (Non-Hodgkin-Lymphom) sollten Risikofaktoren für Herzerkrankungen früh abgeklärt werden

Original Titel:
Preexisting Cardiovascular Risk and Subsequent Heart Failure Among Non-Hodgkin Lymphoma Survivors

Anthracycline sind wichtige Zytostatika zur Behandlung von zahlreichen Tumorerkrankungen, so auch bei dem Non-Hodgkin-Lymphom, einer häufigen Form von Lymphdrüsenkrebs. Die Anwendung von Anthracyclin-Wirkstoffen in der Chemotherapie weist jedoch eine starke Giftigkeit für das Herz auf und kann in der Folge zu Herzerkrankungen führen. Auch für Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom wurde nach der Therapie ein erhöhtes Risiko für Herzversagen beschrieben.

In einer aktuellen Studie dänischer und US-amerikanischer Wissenschaftler wurde daher die Frage untersucht, inwieweit zuvor vorhandene Risikofaktoren für Herzerkrankungen bei Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom zum Auftreten von Herzversagen beitragen. Es wurden 2508 Patienten mit aggressivem Non-Hodgkin-Lymphom, von denen 92 % eine Chemotherapie mit Anthracyclinen bekamen und 7399 Personen als Kontrollgruppe betrachtet. Als Risikofaktoren für Herzerkrankungen (kardiovaskuläre Risikofaktoren) wurden Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämie) und Diabetes bestimmt.

Verglichen mit der Kontrollgruppe hatten die Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom ein um 42 % höheres Risiko für Herzversagen. Während einer durchschnittlichen Nachbeobachtung von zweieinhalb Jahren wurde bei 115 Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom Herzversagen diagnostiziert. Vor der Krebsdiagnose hatten 39 % der Patienten einen oder mehr kardiovaskuläre Risikofaktoren. Diese Patienten zeigten im Vergleich zu Patienten ohne kardiovaskuläre Risikofaktoren ein erhöhtes Risiko für Herzversagen. Eine Herzerkrankung, die bereits vor der Krebsdiagnose erkannt wurde, stand ebenfalls im Zusammenhang mit einem höheren Risiko für Herzversagen nach der Therapie mit Anthracyclinen. Die galt jedoch nicht für Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom, die vorher bereits an einer Gefäßerkrankung litten.

Die Ergebnisse dieser Studie demonstrieren, dass durch eine Chemotherapie mit Anthracyclinen bereits vorhandene kardiovaskuläre Risikofaktoren zu späterem Herzversagen führen können. In einer großen Studiengruppe aus Patienten, deren Non-Hodgkin-Lymphom überwiegend mit Anthracyclinen behandelt wurde, hingen vorhandene kardiovaskuläre Risikofaktoren mit einem hohen Risiko für späteres Herzversagen zusammen. Daher sollten rechtzeitig vorbeugende Maßnahmen zur Herzgesundheit bei der Therapie von Non-Hodgkin-Lymphomen ergriffen und mögliche Herz-Risikofaktoren frühzeitig ermittelt werden.

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