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KHK / Herzinfarkt

Die Prourokinase ist wirksam bei der Behandlung von Herzinfarkt-Patienten

Original Titel:
Safety and efficacy of prourokinase injection in patients with ST-elevation myocardial infarction: phase IV clinical trials of the prourokinase phase study.

Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) haben ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte. Ein Herzinfarkt entsteht dadurch, dass der Herzmuskel nicht genügend durchblutet wird. Das führt zunächst zu einer mangelnden Sauerstoffversorgung des Herzens und anschließend zu einem Absterben von Herzmuskelzellen. Die häufigste Ursache für Herzinfarkte sind Blutgerinnsel, die die Koronararterien verstopfen und so den Blutfluss verhindern. Aus diesem Grund wird in den letzten Jahren neben der Gefäßerweiterung mit Hilfe eines Ballonkatheters immer häufiger eine Therapie zur Auflösung des Blutgerinnsels als Notfallmaßnahme bei einem Herzinfarkt durchgeführt. Ein Wirkstoff, zu dem es derzeit noch nicht viele Daten gibt, ist die Prourokinase. Durch die Prourokinase sollen Blutgerinnsel aufgelöst (Thrombolyse) und der Blutfluss wiederhergestellt werden.

Um die Wirksamkeit und Sicherheit der Prourokinase-Therapie bei der Behandlung eines Herzinfarktes zu untersuchen, wurden Daten von 1851 Patienten, die mit Prourokinase behandelt wurden, gesammelt und ausgewertet. Den Patienten wurde innerhalb von 6 Stunden nach dem Auftreten der Symptome eines Herzinfarktes, welcher im Elektrokardiogramm (EKG) deutlich sichtbar war, 20 mg Prourokinase in die Vene gespritzt, anschließend bekamen sie innerhalb von 30 min 30 mg Prourokinase über eine Infusion verabreicht. 2 Stunden nach der Thrombolyse wurde mit Hilfe eines bildgebenden Verfahrens (Koronarangiographie) untersucht, ob die für den Herzinfarkt verantwortliche Arterie wieder durchgängig ist. Die Auswertung der Daten ergab, dass bei 85,4 % der Patienten (1580 Patienten) durch die Behandlung die Blutversorgung wiederhergestellt werden konnte. Durch die Thrombolyse-Therapie mit der Prourokinase konnten die Auffälligkeiten im EKG, die typisch für einen Herzinfarkt sind, nach 24 Stunden reduziert werden. Während der 7-tägigen Nachbeobachtungszeit sind 4,48 % der Patienten (83 Patienten) verstorben. 15,2 % der Patienten litten nach dem Herzinfarkt an Brustenge, 4,21 % der Patient erlitten einen erneuten Herzinfarkt oder einen erneuten Verschluss der Blutgefäße und bei 8,27 % der Patienten war eine Notfallmaßnahme zur Wiederherstellung der Durchblutung nötig. Da bei der Thrombolyse-Therapie die Blutgerinnung gehemmt wird, besteht für die Patienten die Gefahr von schweren Blutungen. Was das Blutungskomplikationen bei der Anwendung der Prourokinase angeht, so waren Blutungen unter der Haut oder Blutungen der Schleimhäute am häufigsten. Hirnblutungen traten bei weniger als 0,32 % der Patienten auf.

Die Thrombolyse mit der Prourokinase kann somit als wirksam und sicher bei der Behandlung von Herzinfarkten, die im EKG sichtbar sind, eingeschätzt werden. Selten kam es zu Blutungskomplikationen. Eine Thrombolyse-Therapie ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine Ballonkatheter-Behandlung nicht zeitnah durchgeführt werden kann. Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn die Symptome des Herzinfarktes schon einige Zeit andauern und der Weg ins Krankenhaus zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Gerade bei der Behandlung von Herzinfarkten ist Zeit wertvoll. Die Thrombolyse-Therapie kann bereits vom Notarzt gestartet werden.

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