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Lungenkrebs

Chemotherapie vor Strahlenbehandlung könnte Überleben bei Lungenkrebs verbessern

Original Titel:
The effect of induction chemotherapy in patients with locally advanced nonsmall cell lung cancer who received chemoradiotherapy: A systematic review and meta-analysis

Bringt eine hohe Dosis Chemotherapiemedikamente bei lokal fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkrebs als vorbereitende Behandlung für eine Chemotherapie oder Chemo-Strahlentherapie Vorteile? Dieser Frage sind chinesische Forscher nachgegangen und fanden Hinweise auf eine Verbesserte 5-Jahres-Überlebensrate bei der Anwendung solch einer Induktionstherapie.


Häufig wird Lungenkrebs erst diagnostiziert, wenn er schon fortgeschritten ist und andere Körperorgane befallen hat. Dann ist eine intensive Behandlung mit Chemotherapie oder Bestrahlung bzw. eine Kombination daraus oftmals das Mittel der Wahl, um den Tumor zu verkleinern. Chemotherapie wird dabei in mehreren Phasen verabreicht. Zu Beginn wird eine hohe Dosierung der zelltötenden Medikamente verabreicht, um eine möglichst schnelle und wirksame Vernichtung der Tumorzellen zu erzielen. Man spricht dabei von der sogenannten Induktionstherapie. Konnte der Tumor damit verkleinert und der Krankheitsfortgang gebremst werden, folgt in den meisten Fällen eine sogenannte Stabilisierungsphase mit geringerer Dosierung der Chemotherapie und im Anschluss daran eine langfristige, niedrig dosierte Erhaltungstherapie. Oder es erfolgt eine Strahlenbehandlung nach der Induktions-Chemotherapie. Dabei wird der Tumor starken Energien ausgesetzt, die das Tumorgewebe gezielt zerstören und die bösartigen Zellen vernichten.

Welche Vorteile bietet eine Induktionstherapie Patienten mit lokal fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs?

Bisher war unklar, wie effektiv diese Behandlungsabfolge auch für das Überleben von Patienten mit lokal fortgeschrittenem Lungenkrebs ist, wobei Tumorabsiedlungen zwar innerhalb der Lunge aber noch nicht in entfernten Organen auftreten. Chinesische Forscher haben nun untersucht, welche Vorteile eine Induktions-Chemotherapie für Patienten mit lokal fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs haben könnte, die anschließend mit einer Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie behandelt werden. Dazu haben sie bereits verfügbare Daten von 2 klinischen Studien ausgewertet, in denen Lungenkrebspatienten entweder mit kombinierter Chemo- und Strahlentherapie oder zusätzlich vorher mit Induktionschemotherapie behandelt wurden. Des Weiteren haben sie 5 Studien ausgewertet, bei denen die Patienten eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie bekamen und entweder vorher mit (hoch-dosierter) Induktions-Chemotherapie oder anschließend mit (geringer dosierter) Stabilisierungs-Chemotherapie behandelt wurden.

Überlebensrate nach 5 Jahren deutlich höher

Die Ergebnisse zeigten, dass die Überlebensrate 5 Jahre nach der Behandlung deutlich höher war, wenn die Patienten zusätzlich mit Induktionschemotherapie vor der kombinierten Chemo-Strahlentherapie behandelt wurden. Dieser Effekt galt allerdings nur speziell für das 5-Jahres-Überleben und nicht für das Überleben nach 1, 2, 3 oder 4 Jahren.  Hinsichtlich des Gesamtüberlebens war kein Unterschied erkennbar, ob den Patienten mit kombinierter Chemo- und Strahlenbehandlung nun vorher Induktionschemotherapie oder anschließend Stabilisierungschemotherapie verabreicht wurde. Die Forscher stellten jedoch fest, dass deutlich weniger Nebenwirkungen, wie beispielsweise Leukopenie (Verminderung der weißen Blutzellen) auftraten, wenn die Patienten vor der Chemo-Strahlenbehandlung eine Induktionschemotherapie verabreicht bekamen.

Patienten mit lokal fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs könnten hinsichtlih 5-Jahres-Überleben von Induktionstherapie profitieren

Das 5-Jahres-Überleben von Patienten mit lokal fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, die eine kombinierte Chemo-und Strahlenbehandlung erhalten sollen, könnte also mit vorgeschalteter Induktionschemotherapie verbessert werden. Gleichzeitig könnten diese Patienten von verminderten Nebenwirkungen infolge der Chemo-Strahlenbehandlung profitieren.

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