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Calprotectin könnte als neuer Marker für rheumatoide Arthritis dienen

Original Titel:
Calprotectin in patients with chronic rheumatoid arthritis correlates with disease activity and responsiveness to methotrexate

Calprotectin könnte daher mit dem Krankheitsverlauf der rheumatoiden Arthritis assoziiert sein und eine Einschätzung der Wirksamkeit von Medikamenten ermöglichen. Die Wissenschaftler betonen, dass Calprotectin daher möglicherweise besser als CRP Aussagen über die Krankheitsaktivität ermöglichen könnte. Weitere Studien sind allerdings nötig, um das komplette Potenzial von Calprotectin analysieren zu können.


Die rheumatoide Arthritis zeichnet sich durch eine erhöhte Entzündungsaktivität in den Gelenken und im ganzen Körper aus. Für die Diagnose aber vor allem auch für die Überwachung der Krankheitsaktivität spielen verschiedene Blutwerte eine entscheidende Rolle. Dänische Wissenschaftler untersuchten jetzt Calprotectin als möglichen neuen Blutparameter bei der Diagnose der rheumatoiden Arthritis.

BSG und CRP sind Marker für entzündliche Erkrankungen

Unspezifische Entzündungsparameter im Blut geben an, dass die Entzündungsaktivität im gesamten Körper erhöht ist – ein Hinweis für rheumatische Erkrankungen. Zu diesen unspezifischen Parametern gehört die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und das C-reaktive-Protein (CRP). Sind diese Werte erhöht, könnte eine entzündliche Erkrankung vorliegen. Eine spezifische Aussage über das Krankheitsbild lässt sich anhand dieser Werte meistens jedoch nicht treffen. Zum spezifischeren Nachweis der rheumatoiden Arthritis können die Blutkonzentrationen der Rheumafaktoren, antinukleäre Antikörper (ANA) und Anti-Citrullin-Antikörper (ACPA) herangezogen werden. Doch auch diese ermöglichen nicht immer eine eindeutige Diagnose.

Ist Calprotectin ein Marker für rheumatoide Arthritis?

Calprotectin ist ein Protein, das in Immunzellen des Körpers vorkommt. Es wird bisher meist als Entzündungsmarker bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen genutzt. In vergangenen Studien wurde bereits ein Zusammenhang zwischen der Calprotectinkonzentration und der Krankheitsaktivität bei rheumatoider Arthritis festgestellt. Die Wissenschaftler untersuchten jetzt, ob Calprotectin auch als Krankheitsmarker bei rheumatoider Arthritis und Methotrexat-Behandlung eingesetzt werden kann.

Eine Behandlung mit Methotrexat verbesserte die Calprotectin-Werte

In der Studie wurden 76 Patienten mit rheumatoider Arthritis über ein Jahr unter Methotrexat-Behandlung beobachtet. 40 der Patienten waren zuvor nicht mit Methotrexat behandelt worden. Bei diesen Patienten zeigten sich erhöhte Calprotectinkonzentrationen vor Beginn der Behandlung im Vergleich zu Patienten, die schon länger in Behandlung waren. 25 von den 40 Patienten zeigten im Verlauf von einem Jahr ein gutes Ansprechen auf die Behandlung mit Methotrexat und zeigten eine Verbesserung der Calprotectin-Werte. 17 Monate nach Start der Studie wurden radiographische Untersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse der Radiologie zeigten keinen Zusammenhang zu Calprotectin.

Calprotectin könnte daher mit dem Krankheitsverlauf der rheumatoiden Arthritis assoziiert sein und eine Einschätzung der Wirksamkeit von Medikamenten ermöglichen. Die Wissenschaftler betonen, dass Calprotectin daher möglicherweise besser als CRP Aussagen über die Krankheitsaktivität ermöglichen könnte. Weitere Studien sind allerdings nötig, um das komplette Potenzial von Calprotectin analysieren zu können.

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