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Leukämie

Brentuximab Vedotin plus Nivolumab: die Rettung bei fortgeschrittenem Lymphdrüsenkrebs?

Original Titel:
Interim results of brentuximab vedotin in combination with nivolumab in patients with relapsed or refractory Hodgkin lymphoma

Die Ergebnisse dieser Studie belegen die vielversprechende Behandlung des Hodgkin-Lymphoms mit der neuen Wirkstoffkombination Brentuximab Vedotin und Nivolumab. Bei wiederkehrendem und schwer behandelbarem Hodgkin-Lymphom könnte sich diese Behandlung als „Rettungs-Therapie“ nach Versagen vorheriger Therapien eignen. Brentuximab Vedotin und Nivolumab weisen eine sehr gute Wirksamkeit auf und werden von den Patienten gut vertragen.


In einem früheren Bericht wurde bereits von dem großen Potential von Brentuximab Vedotin bei der Behandlung von Lymphdrüsenkrebs berichtet. Diese gezielt wirkende Verbindung aus einem Antikörper und einem zellwachstumshemmenden (zytostatischen) Wirkstoff wird in Kombination mit anderen Zytostatika zur Behandlung des klassischen Hodgkin-Lymphoms eingesetzt. Vor allem bei schwer behandelbarem Hodgkin-Lymphom erleiden bis zu 30 % der Patienten nach der ersten Therapie einen Krankheitsrückfall und müssen dann mit einer Vielzahl zytostatischer Wirkstoffe (Polychemotherapie) behandelt werden. Als Alternative zur Polychemotherapie kann auch die Kombination von Brentuximab Vedotin mit einem auf das Immunsystem wirkenden Stoff erwägt werden. Hier kommt z. B. Nivolumab in Frage. Dieser Wirkstoff ist ebenfalls ein Antikörper und gehört zur Klasse der Immun-Checkpoint-Inhibitoren. Durch seine Bindung an T-Zellen des Immunsystems werden diese stimuliert und bekämpfen dadurch Krebszellen.

Gezielt wirkende Verbindung aus Antikörper und zellwachstumshemmendem Wirkstoff kombiniert mit Stimulierung des Immunsystems

US-Wissenschaftler haben die Kombination aus Brentuximab Vedotin und Nivolumab zur Behandlung von wiederkehrendem und schwer behandelbarem Hodgkin-Lymphom untersucht. In dieser frühen Studie wurden 62 Patienten mit einem durchschnittlichen Alter von 36 Jahren mit vier zuvor festgelegten Therapiezyklen behandelt. Das Ansprechen auf die Therapie und die damit verbundenen Nebenwirkungen wurden anschließend beobachtet.

Wirken Brentuximab Vedotin und Nivolumab gegen wiederkehrendes und schwer behandelbares Hodgkin-Lymphom?

Durch die Behandlung mit Brentuximab Vedotin und Nivolumab erreichten 82 % der Patienten ein generelles Ansprechen und 61 % der Patienten eine vollständige Remission (andauernde Abschwächung der Symptome ohne Heilung). Die Ansprechrate war so gut, dass insgesamt 54 Patienten ihre Behandlung mit einer autologen Stammzelltransplantation (Eigenspende von Blutstammzellen) fortsetzen konnten. Vor der Stammzelltransplantation traten meist leichte, unerwünschte Ereignisse bei fast allen Patienten auf. Etwas weniger als die Hälfte der Patienten zeigte Reaktionen, die durch die Infusion der Wirkstoffe verursacht wurden. Bei 8 % der Patienten traten immunbedingte, unerwünschte Ereignisse auf, die mit Kortikosteroiden (z. B. Kortison) behandelt werden mussten. 10 % der Patienten hatten schwere, durch die Behandlung verursachte Nebenwirkungen.

Vielversprechende Ergebnisse: 82 % der Patienten sprachen an, 61 % in vollständiger Remission

Die Ergebnisse dieser Studie belegen die vielversprechende Behandlung des Hodgkin-Lymphoms mit der neuen Wirkstoffkombination Brentuximab Vedotin und Nivolumab. Bei wiederkehrendem und schwer behandelbarem Hodgkin-Lymphom könnte sich diese Behandlung als „Rettungs-Therapie“ nach Versagen vorheriger Therapien eignen. Brentuximab Vedotin und Nivolumab weisen eine sehr gute Wirksamkeit auf und werden von den Patienten gut vertragen.

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