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Migräne

Ein Gegenspieler des Calcitonin Gene-Related Peptid (CGRP), Fremanezumab, kann auch als Zusatzmedikament zu bestehender Prophylaxe zu weiteren migränefreien Tagen verhelfen

Original Titel:
Fremanezumab as Add-On Treatment for Patients Treated With Other Migraine Preventive Medicines.

Zusammenfassend: die Ergebnisse aus den früheren Übersichtsstudien deuten auf CGRP als einen guten Behandlungsansatz. Die aktuellen Studien bestätigen dies mit einem konkreten Gegenspieler des CGRP, dem biotechnologischen Fremanezumab, welches in den bisherigen Ergebnissen wirksam und verträglich erscheint. Die neuesten Daten legen nun auch nahe, dass das Mittel nicht nur als Monotherapie, sondern auch als Zusatzmedikation zu bestehenden Prophylaxemitteln zu weiteren kopfschmerzfreien Tagen verhelfen kann.


Gegenspieler des sogenannten Migräneeiweiß CGRP (calcitonin gene-related peptide) haben in der Vergangenheit bereits Erfolge bei der Behandlung der akuten Migräne verzeichnen können. In einer früheren Übersichtsstudie (Hong & Liu, 2017, erschienen in der Fachzeitschrift International Journal of Neuroscience) wurden alle Studien mit hoher Aussagekraft zu möglichen Gegenspielern des CGRP für die Behandlung von akuter Migräne zusammengefasst. In die Auswertung wurden 10 Studien mit insgesamt 6803 Patienten eingeschlossen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Gegenspieler der CGRP im Vergleich zu Placebo bei wesentlichen Therapiezielen besser abschnitten. Zum Beispiel waren mit den Mitteln mehr Patienten 2 Stunden nach der Behandlung schmerzfrei, litten nicht mehr an Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen oder unter Übelkeit.

Migräneeiweiß hemmen hilft gegen Migräne

Einer der neueren Ansätze zu direktem Angriff auf das CGRP ist Fremanezumab (früher TEV-48125 genannt), ein biotechnologisch hergestellter, monoklonaler Antikörper. In zwei früheren klinischen Studien (Phase 2) wurde das Medikament alle 28 Tagen für 12 Wochen gegeben. Dabei erschien es effektiv und sicher als vorbeugendes Medikament gegen episodische und chronische Migräne zu wirken. Das Forscherteam um die Kopfschmerzspezialisten Dr. Bigal von der Pharmafirma Teva Pharmaceuticals und Prof. Dodick von der Mayo Klinik in Phoenix, Arizona, untersuchten nun die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Fremanezumab als Zusatzmedikation zur Vorbeugung von episodischer und chronischer Migräne. Die Patienten wurden also bereits stabil präventiv behandelt. Allerdings verringert eine Migräneprophylaxe typischerweise lediglich die Zahl der Migränetage pro Monat, statt Migräne komplett zu verhindern – Verbesserungen sind also durchaus erhofft.

Kann der CGRP-Antikörper Fremanezumab eine aktive Prophylaxe noch verbessern?

Dazu wurden zwei klinische Studien (Clinicaltrials.gov NCT02025556 und NCT02021773) durchgeführt, in denen Patienten zufällig das Medikament oder ein Placebo als monatliche Injektion erhielten (randomisierte und placebokontrollierte Studien). Die Patienten führten täglich ein elektronisches Kopfschmerztagebuch, in dem sie ihre Kopfschmerz- und Migränetage und die Stärke der Symptome dokumentierten. Fremanezumab wurde entweder in einer Dosis von 225 mg oder 675 mg gegeben.

133 Patienten (67 mit Fremanezumab, 66 mit Placebo) nahmen an den Studien teil. Über die Gesamtdauer der Studien (3 Monate) litten die Patienten mit Fremanezumab an 12,4 Tagen weniger unter Migräne als zuvor, während die Placebogruppe nur 7,4 migränefreie Tage gewann. Auch Kopfschmerztage (mit mäßigem oder schwerem Kopfschmerz) mussten die Fremanezumabpatienten seltener überstehen (Reduktion 12,5 Tage mit Fremanezumab versus 7,1 mit Placebo). Zusätzlich nahmen die Patienten, die den CGRP-Gegenspieler erhielten, an weniger Tagen Akutmedikamente gegen Kopfschmerzen ein als die Patienten, die nur scheinbehandelt wurden (-11,6 versus -7,5 Tage). Behandlungsbedingte Nebenwirkungen waren typischerweise mild und vorübergehend. Der Behandlung konnten auch keine schweren Nebenwirkungen zugeschrieben werden.

Auch als Zusatzbehandlung zu bestehender Migränebehandlung wirksam und sicher

Zusammenfassend: die Ergebnisse aus den früheren Übersichtsstudien deuten auf CGRP als einen guten Behandlungsansatz. Die aktuellen Studien bestätigen dies mit einem konkreten Gegenspieler des CGRP, dem biotechnologischen Fremanezumab, welches in den bisherigen Ergebnissen wirksam und verträglich erscheint. Die neuesten Daten legen nun auch nahe, dass das Mittel nicht nur als Monotherapie, sondern auch als Zusatzmedikation zu bestehenden Prophylaxemitteln zu weiteren kopfschmerzfreien Tagen verhelfen kann.

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