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Leukämie

Leukämie im Kindesalter: Azacitidin plus Chemotherapie kann eine wirksame Option bei rückfälliger und schwerbehandelbarer akuter myeloischer Leukämie sein

Original Titel:
A phase 1 study of azacitidine combined with chemotherapy in childhood leukemia: a report from TACL consortium

Die Studienergebnisse zeigen, dass Kinder mit rückfälliger und schwerbehandelbarer akuter myeloischer Leukämie (AML) eine Kombinationstherapie aus Azacitidin und Fludarabin/Cytarabin gut vertragen und sehr gut darauf ansprechen. Azacitidin und Decitabin könnten daher eine neue Therapiemöglichkeit für Kinder mit Leukämie sein. Dazu sind jedoch weitere Studien nötig. Zu hoffen ist, dass mit mehr Patienten zukünftige Studien auch für die akute lymphatische Leukämie (ALL) bessere Ergebnisse dieser Behandlung finden können.


Bei der Regulation der genetischen Information spielen chemische Veränderungen der Erbsubstanz (DNS) eine große Rolle. Eine dieser chemischen Veränderungen, die dabei hilft Gene an- und auszuschalten, ist die DNS-Methylierung. Eine gestörte DNS-Methylierung steht im Verdacht, den Krankheitsfortschritt bei Leukämie und die Wirkungslosigkeit von Arzneimitteln (Resistenz) zu fördern. An diesem Punkt setzen Wirkstoffe an, welche die DNS-Methylierung beeinflussen und wichtige, gegen die Krebszellen gerichtete Gene anschalten. Zu diesen sogenannten hypomethylierenden Wirkstoffen gehören Azacitidin und Decitabin. Diese Wirkstoffe werden bisher nicht zur Behandlung von Kindern mit Leukämie eingesetzt, jedoch ist eine Überprüfung der Wirksamkeit auch bei diesen Patienten sinnvoll.

Neue Wirkstoffe gegen Krankheitsfortschritt und Entwicklung von Arzneimittelwirkverlust

In einer internationalen Studie wurde die Behandlung mit Azacitidin plus intensiver Chemotherapie bei 14 Kindern mit rückfälliger oder schwerbehandelbarer Leukämie untersucht. Zwölf Patienten litten an akuter myeloischer Leukämie (AML) und zwei Patienten an akuter lymphatischer Leukämie (ALL). Alle Patienten erhielten fünf Tage lang Azacitidin (75 mg/m2 pro Tag, gespritzt unter die Haut), gefolgt von fünf Tagen Fludarabin und Cytarabin (30 mg/m2 pro Tag bzw. 2 mg/m2 pro Tag als Infusion).

Kleine Studie mit Kindern mit rückfälliger oder schwerbehandelbarer Leukämie: bringt Azacitidin einen Mehrwert?

Die Nebenwirkungen dieser Behandlung entsprachen den Nebenwirkungen einer intensiven Chemotherapie. Zu den Häufigsten gehörten fiebrige Neutropenie (Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen) sowie Infektionserkrankungen. Von den zwölf Patienten mit AML erreichten sechs eine vollständige Remission (andauernde Abschwächung der Symptome ohne Heilung) und ein Patient eine vollständige Remission mit unvollständiger Erholung des Blutbildes. Bei vier der sieben Patienten, die auf die Behandlung ansprachen, konnten keine Krebszellen mehr nachgewiesen werden. Die beiden Patienten mit ALL sprachen nicht auf die Therapie an.

Nebenwirkungen der Kombination vergleichbar zu einfacher Chemotherapie und sehr gutes Ansprechen bei AML

Die Studienergebnisse zeigen, dass Kinder mit rückfälliger und schwerbehandelbarer akuter myeloischer Leukämie (AML) eine Kombinationstherapie aus Azacitidin und Fludarabin/Cytarabin gut vertragen und sehr gut darauf ansprechen. Azacitidin und Decitabin könnten daher eine neue Therapiemöglichkeit für Kinder mit Leukämie sein. Dazu sind jedoch weitere Studien nötig. Zu hoffen ist, dass mit mehr Patienten zukünftige Studien auch für die akute lymphatische Leukämie (ALL) bessere Ergebnisse dieser Behandlung finden können.

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