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Eine hohe Aktivität der Erkrankung beeinträchtigt die Psyche und die Produktivität von Patienten mit Colitis ulcerosa

Original Titel:
Examination of the relationship between disease activity and patient reported outcome measures in an Inflammatory Bowel Disease cohort

Wie stark die Beeinträchtigungen, die Colitis ulcerosa- und Morbus Crohn-Patienten durch die Erkrankung erfahren, tatsächlich von der ermittelten Krankheitsaktivität abhängt, ist immer wieder Gegenstand der Forschung. Wissenschaftler stellten fest, dass je aktiver die Erkrankung war, desto stärker wurde die Psyche und die Produktivität der Patienten mit Colitis ulcerosa in Mitleidenschaft gezogen. Bei Morbus Crohn-Patienten konnte ein solcher Zusammenhang jedoch nicht festgestellt werden.


Sowohl Morbus Crohn als auch Colitis ulcerosa verläuft in Schüben. Das bedeutet, dass sich Ruhphasen mit Phasen hoher Krankheitsaktivität abwechseln. Doch auch die Krankheitsschübe unterscheiden sich in ihrer Intensität. Die Aktivität der Erkrankung wird anhand bestimmter Symptome und mithilfe von bildgebenden Verfahren und Entzündungswerten festgestellt. Für eine angemessene Behandlung der Patienten, ist es wichtig, zu wissen, welchen Einfluss die Aktivität der Erkrankung auf die Psyche und die Produktivität der Patienten hat. Im welchen Verhältnis stehen die Krankheitsaktivität, die anhand bestimmter Entzündungsmarker ermittelt wird, und die Empfindungen und Beeinträchtigung der Patienten?

Beeinflusst die Krankheitsaktivität die Produktivität und die Psyche der Patienten?

Wissenschaftler aus Melbourne (Australien) untersuchten 81 erwachsene Patienten (im Mittel 34 Jahre alt) mit einer chronischen Darmentzündung. 57 % von ihnen litten unter Morbus Crohn und 38 % unter Colitis ulcerosa. Bei 5 % der Patienten konnte die Art der chronischen Darmentzündung nicht eindeutig bestimmt werden. Etwa die Hälfte der Patienten (49 %) war weiblich. Die Wissenschaftler bestimmten sowohl die Krankheitsaktivität als auch mit speziellen Fragebögen die psychologische Belastung der Patienten und deren Produktivität bei der Arbeit. Ziel war es, herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen der Krankheitsaktivität und den oben erwähnten Faktoren gab.

Patienten mit Colitis ulcerosa waren weniger produktiv, wenn ihre Krankheit aktiver war

Den Forschern fiel bei ihrer Analyse auf, dass beinahe die Hälfte der Patienten (46 %) unter Ängsten litt. Außerdem war etwa jeder vierte Patient (26 %) von milden bis schweren Depressionen betroffen. Interessanterweise konnten die Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen der Krankheitsaktivität und Depressionen feststellen – jedoch nur bei Colitis ulcerosa-Patienten und nicht bei Patienten mit Morbus Crohn. Die Wissenschaftler fanden noch weitere Faktoren, die bei Colitis ulcerosa-Patienten von der Krankheitsaktivität beeinflusst wurden. So waren Patienten beim Ausführen ihrer Arbeit stärker beeinträchtigt, wenn die Erkrankung aktiver war. Außerdem litten sie auf der Arbeit unter stärkeren gesundheitlichen Problemen, wenn die Krankheit als aktiver eingestuft wurde. Und auch in ihrer Aktivität waren die Patienten mit Colitis ulcerosa mit einer aktiveren Erkrankung stärker eingeschränkt als Patienten, bei denen die Erkrankung weniger aktiv war. Diese Zusammenhänge konnten jedoch bei Patienten mit Morbus Crohn nicht festgestellt werden.

Die Krankheitsaktivität wirkte sich somit sowohl negativ auf die Psyche als auch negativ auf die Arbeitsproduktivität der Patienten aus. Dies war jedoch nur bei den Patienten mit Colitis ulcerosa und nicht bei Morbus Crohn-Patienten der Fall.

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