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Psoriasis / Schuppenflechte

Guselkumab auch bei erythrodermischer Psoriasis effektiv – und Ergebnisse bei Psoriasis pustulosa bestätigt

Original Titel:
Guselkumab, a human interleukin-23 monoclonal antibody in Japanese patients with generalized pustular psoriasis and erythrodermic psoriasis: Efficacy and safety analyses of a 52-week, phase 3, multicenter, open-label study

Die Psoriasis vulgaris macht mit etwa 85 % den größten Teil der Psoriasis-Erkrankungen aus. Ein Großteil der neuartigen Wirkstoffe für die systemische Behandlung sind nur für die Psoriasis vulgaris zugelassen. Wissenschaftler haben jetzt den Wirkstoff Guselkumab bei den seltenen Formen pustulöse Psoriasis und erythrodermische Psoriasis getestet.

Die erythrodermische Psoriasis ist die schwerste Verlaufsform der Psoriasis. Sie befällt die gesamte Oberfläche der Haut und führt zu Juckreiz und Schmerzen. Parallel kann es zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Fieber und einem hohen Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust kommen und das Risiko für Infektionen kann erhöht sein. Meistens ist daher eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erforderlich. Meistens sind Patienten betroffen, die zuvor eine Plaque-Psoriasis oder andere Formen der Psoriasis hatten. Die Psoriasis pustulosa ist ebenfalls eine seltene Form der Psoriasis, bei der es zur Bildung eitriger Bläschen auf den entzündeten Hautstellen kommt. Wissenschaftler aus Japan haben nun die Anwendung von Guselkumab bei Patienten mit einer der beiden seltenen Psoriasis-Formen untersucht.

Guselkumab ist ein Biologikum aus der Gruppe der Interleukin-Hemmer. Interleukine sind Botenstoffe des Immunsystems, die an der Entstehung von Entzündungen der Haut bei der Psoriasis beteiligt sind. Guselkumab ist bisher der einzige zugelassene Wirkstoff der Interleukin-23 hemmt und so das Immunsystem verändern und unterdrücken soll. Die Zulassung zur Behandlung der Psoriasis vulgaris erfolgte 2017.

Die Wissenschaftler untersuchten 10 Patienten mit Psoriasis pustulosa und 11 Patienten mit erythrodermischer Psoriasis. Sie wurden mit 50 mg Guselkumab im Abstand von 4 Wochen und nach der zweiten Spritze im Abstand von 8 Wochen behandelt. Ab Woche 20 erhielten Patienten, die nicht ausreichend auf den Wirkstoff ansprachen, eine Eskalationstherapie, bei der die Dosierung auf 100 mg erhöht wurde. Nach 16 Wochen wurde die Schwere der Erkrankung bewertet. Bei 77,8 % der Patienten mit pustulöser Psoriasis und 90,9 % der Patienten mit erythrodermischer Psoriasis konnte der klinische Gesamteindruck verbessert werden. Außerdem besserte sich der Schweregrad und das Hautbild der Psoriasis und das Ausmaß der betroffenen Hautoberfläche. Die Lebensqualität wurde ebenfalls positiv beeinflusst und der positive Einfluss hielt bis Woche 52 an. Die häufigsten Nebenwirkungen innerhalb der 52 Wochen waren Erkrankungen der oberen Atemwege (bei 28,6 % der Patienten). Das Sicherheitsprofil entsprach anderen Studien mit Guselkumab.

Die Studie zeigt die positiven Auswirkungen von Guselkumab bei den seltenen Psoriasis-Formen Psoriasis pustulosa und erythrodermische Psoriasis. Dabei traten keine Sicherheitsbedenken auf. Die Ergebnisse werden durch die Studie von Terui und Kollegen, 2018 in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology veröffentlicht, unterstützt, die zeigen konnte, dass Guselkumab den Schweregrad der pustulösen Psoriasis an Händen und Füßen verbessern konnte. Wirkstoffe, die bisher nur für Psoriasis vulgaris zugelassen sind, könnten daher in Zukunft möglicherweise auch bei anderen Psoriasis-Formen eingesetzt werden.

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