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PCO-Syndrom

Hormontherapie verringert das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft bei PCOS

Original Titel:
Comparing the risk of adverse pregnancy outcomes of Chinese patients with polycystic ovary syndrome with and without antiandrogenic pretreatment

DGP – Die Studie deutet an, dass eine Behandlung mit Ethinylestradiol/Cyproteronacetat vor einer geplanten Schwangerschaft das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck und Frühgeburten bei Frauen mit PCO-Syndrom reduzieren kann.


Tabletten mit Ethinylestradiol und Cyproteron wirken zwar auch empfängnisverhütend, werden aber überwiegend eingesetzt, um einen Überschuss männlicher Hormone und damit verbundene Symptome wie Akne und einen männlichen Behaarungstyp zu unterdrücken. Eine Studie aus China untersuchte jetzt, ob eine vorherige Behandlung Komplikationen bei einer anschließenden Schwangerschaft reduzieren kann.

Ethinylestradiol und Cyproteron werden gegen einen Überschuss männlicher Hormone eingesetzt

Ethinylestradiol ist ein Östrogen, Cyproteronacetat ein Gelbkörperhormon. Die Kombination der Stoffe erhöht so das Vorkommen weiblicher Geschlechtshormone. Zusätzlich ist Cyproteron ein Gegenspieler des männlichen Geschlechtshormons Testosteron und schränkt dessen Wirksamkeit ein.

Die Studie untersuchte 6000 gesunde Frauen und 670 Frauen mit PCO-Syndrom. Letztere litten alle an biochemischen und/oder klinisch feststellbarem Hyperandrogenismus (Überschuss männlicher Hormone). Sie waren unterteilt in Frauen ohne Vorbehandlung mit Ethinylestradiol/Cyproteronacetat und in Frauen mit dreimonatiger Vorbehandlung mit dem Medikament. Die Frauen wurden dann innerhalb von 3 Monaten mit einer Behandlung mit Clomifen schwanger.

Frauen ohne Vorbehandlung hatten häufiger Schwangerschaftsdiabetes, erhöhten Blutdruck und mehr Frühgeburten

Bei Frauen ohne Vorbehandlung kam es häufiger zu Schwangerschaftsdiabetes (35 %) als bei Frauen mit Vorbehandlung (22,5 %) und gesunden Frauen (21,2 %). Schwangerschaftsdiabetes ist ein erhöhter Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft, der meist nach der Geburt wieder verschwindet. Außerdem kam es bei Frauen ohne Vorbehandlung häufiger zu einem erhöhten Blutdruck (14,1 %) während der Schwangerschaft als bei Frauen mit Vorbehandlung (7,7 %) und gesunden Frauen (6,5 %). Beide Erkrankungen können das Risiko einer Unterentwicklung des Kindes, für Fehlgeburten oder anderer Komplikationen erhöhen. Die Wissenschaftler untersuchten auch das Risiko für Frühgeburten. Dieses betrug 8,6 % bei Frauen ohne Vorbehandlung, 6,8 % bei Frauen mit Vorbehandlung und 5,4 % bei gesunden Frauen. Unterschiede im Geburtsgewicht des Kindes gab es nicht. Auch nachdem Alter und BMI (Body Mass Index, Gewicht im Verhältnis zur Körpergröße) sowie Ausbildung und Beschäftigungsstatus der Mütter berücksichtigt worden waren, zeigte sich, dass Frauen ohne Vorbehandlung ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck und Frühgeburten im Vergleich zu gesunden Frauen hatten. Frauen mit Vorbehandlung durch Ethinylestradiol/Cyproteronacetat hatten hingegen kein erhöhtes Risiko.

Die Studie deutet daher an, dass eine Behandlung mit Ethinylestradiol/Cyproteronacetat vor einer geplanten Schwangerschaft das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck und Frühgeburten bei Frauen mit PCO-Syndrom reduzieren kann.

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