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PCO-Syndrom

Wie lässt sich die Wirksamkeit von Clomifen abschätzen?

Original Titel:
The role of anti-Müllerian hormone in predicting clomiphene citrate resistance in women with polycystic ovarian syndrome

DGP – Die Wissenschaftler fanden Hinweise, dass ein hoher AMH-Wert eine schlechte Wirksamkeit von Clomifencitrat vorhersagen könnte. Eine Messung des Wertes könnte daher eine bessere Behandlung bedeuten. Wie aussagekräftig die Messung allerdings wirklich ist, müsste noch untersucht werden.


Clomifen oder Clomifencitrat wird häufig als erste Therapieform bei Unfruchtbarkeit bei Frauen mit PCO-Syndrom eingesetzt. Manche Patientinnen reagieren jedoch nicht auf den Wirkstoff. Eine Studie aus der Türkei untersuchte jetzt, ob das Anti-Müller-Hormon ermöglicht, die Wirksamkeit vorherzusagen.

Clomifen fördert Eizellreifung und Eisprung

Clomifen regt die Freisetzung des GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon) und damit auch die Produktion des Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) und des luteinisierenden Hormons (LH) an. FSH fördert dann die Eizellreifung, LH den Eisprung. Bei vielen Frauen mit PCO-Syndrom sind Eizellreifung und Eisprung gestört, es kommt zu einem unregelmäßigen Zyklus. Clomifen wird in der ersten Zykluswoche als Tablette eingenommen. Etwa eine Woche später sollte der Eisprung einsetzen. Doch nicht bei allen Frauen mit PCO-Syndrom ist Clomifen wirksam.

Das AMH-Hormon spiegelt die Anzahl der reifungsfähigen Follikel wider

Die Wissenschaftler untersuchten 90 Patientinnen mit PCO-Syndrom, die keinen Eisprung hatten. Sie erhielten 50 mg Clomifen am Tag und wurden dann unterteilt in Frauen, die einen Eisprung bekamen und Frauen, bei denen auch nach 3 Zyklen kein Eisprung ausgelöst wurde. Die Wissenschaftler verglichen dann die Konzentration des AMH im Blut. Das Anti-Müller-Hormon dient als Marker für die Fruchtbarkeit und die Anzahl reifungsfähiger Follikel in den Eierstöcken. Bei Frauen mit PCO-Syndrom ist das AMH meist zu hoch. Der Normwert für Frauen unter 30 liegt zwischen 1 und 5 ng/ml. Mit dem Alter nimmt der Wert immer mehr ab.

Ein hoher AMH-Wert könnte eine schlechte Wirksamkeit von Clomifen bedeuten

Die Wissenschaftler konnten sehen, dass Frauen, bei denen Clomifen nicht zu einem Eisprung führte, eine höhere AMH-Konzentration im Blut hatten. Sie beschreiben, dass der AMH-Wert ab einer Konzentration von 12, 8 ng/ml eine Resistenz auf Clomifen mit einer Sensitivität von 66 % und einer Spezifität von 89 % vorhersagen könnte. Dies bedeutet, dass bei 66 von 100 Patientinnen die richtige Vorhersage getroffen werden kann (wahr-positiv). Dieser Wert ist allerdings nicht sehr hoch. Die Rate falsch-positiver Ergebnisse war gering (bei 89 von 100 Patientinnen war der Test wahr-negativ). Dieser Prozentsatz ist relativ gut.

Die Wissenschaftler fanden daher Hinweise, dass ein hoher AMH-Wert eine schlechte Wirksamkeit von Clomifencitrat vorhersagen könnte. Eine Messung des Wertes könnte daher eine bessere Behandlung bedeuten. Wie aussagekräftig die Messung allerdings wirklich ist, müsste noch untersucht werden.

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