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Arthritis / Rheuma

Hydroxychloroquin kann möglicherweise das Risiko für chronische Nierenerkrankungen verringern

Original Titel:
Hydroxychloroquine Use and Risk of CKD in Patients with Rheumatoid Arthritis

DGP – Die Studie zeigt, dass Patienten mit rheumatoider Arthritis, die Hydroxychloroquin einnehmen, möglicherweise ein geringeres Risiko für chronische Nierenerkrankungen haben als Patienten, die kein Hydroxychloroquin einnehmen.


Hydroxychloroquin ist eigentlich ein Anti-Malaria-Mittel, das aber auch bei einigen rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis und Lupus erythematodes und Hauterkrankungen eingesetzt wird. Wissenschaftler aus Taiwan untersuchten jetzt den Effekt von Hydroxychloroquin auf die Entstehung von Nierenerkrankungen.

Medikamente und Autoimmunerkrankungen könnten die Niere schädigen

Die zwei Nieren bilden Harn und regulieren den Wasser- und Elektrolythaushalt (Natrium, Calcium etc.) des Menschen. Bei der chronischen Nierenkrankheit oder der chronischen Niereninsuffizienz verringert sich die Funktion der Niere meistens über einen längeren Zeitraum, bis die Nieren möglicherweise komplett ausfallen und eine Transplantation oder Dialyse notwendig wird. Medikamente können die Funktion der Niere schädigen. Aber auch Autoimmunerkrankungen wie die rheumatoide Arthritis, bei denen es zu entzündlichen Reaktionen im ganzen Körper kommt, können innere Organe beeinträchtigen. Hydroxychloroquin ist ein konventioneller Wirkstoff, der als Tablette eingenommen wird und vermutlich das Immunsystem hemmt und so die entzündlichen Reaktionen unterdrückt. Er ist einer der ersten Wirkstoffe, der zur systemischen (innerlichen) Therapie verschrieben wird. Bei Unverträglichkeit oder Nichtwirksamkeit kann zu anderen konventionellen Wirkstoffe oder den neuartigen Biologika gewechselt werden.

Das Risiko für Nierenerkrankungen war unter Hydroxychloroquin geringer

Die Wissenschaftler werteten jetzt die Daten von 2619 Patienten mit rheumatoider Arthritis aus einer taiwanesischen Datenbank aus, von denen 1212 Patienten Hydroxychloroquin nutzen. Chronische Nierenerkrankungen traten bei 48 der Patienten mit Hydroxychloroquin und bei 121 der 1407 Patienten ohne Hydroxychloroquin auf. Das Risiko für Nierenerkrankungen war bei Patienten mit Hydroxychloroquin geringer und war dabei abhängig von der Dosis des Hydroxychloroquin.

Die Studie zeigt, dass Patienten mit rheumatoider Arthritis, die Hydroxychloroquin einnehmen, möglicherweise ein geringeres Risiko für chronische Nierenerkrankungen haben als Patienten die kein Hydroxychloroquin einnehmen.

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Referenzen:

Wu C-L, Chang C-C, Kor C-T, et al. Hydroxychloroquine Use and Risk of CKD in Patients with Rheumatoid Arthritis. Clin J Am Soc Nephrol. April 2018:CJN.11781017. doi:10.2215/CJN.11781017