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Hat starkes Übergewicht einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa?

Original Titel:
Impact of Obesity on Short- and Intermediate-Term Outcomes in Inflammatory Bowel Diseases: Pooled Analysis of Placebo Arms of Infliximab Clinical Trials

DGP – Starkes Übergewicht kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Speziell auf den Krankheitsverlauf von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa schien es hingegen keinen Einfluss zu haben. Zu diesem Ergebnis kam die vorliegende Studie.


Es ist allseits bekannt, dass sich Übergewicht negativ auf die Gesundheit auswirken kann – vor allem auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Doch wie sieht das speziell bezüglich chronisch entzündlicher Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa aus? Spielt Übergewicht auch bei diesen Erkrankungen eine Rolle? Dies untersuchten Wissenschaftler der Universität von Kalifornien, San Diego (USA).

Wissenschaftler untersuchten das Körpergewicht und den Krankheitsverlauf von 575 Patienten mit einer chronischen Darmentzündung

Zu diesem Zweck analysierten die Wissenschaftler Daten von 575 Patienten mit einer chronischen Darmerkrankung, die an vier verschiedenen Studien teilnahmen, dort jedoch nur das Placebo, also ein Scheinmedikament, erhielten. Die Patienten waren durchschnittlich 38 Jahre alt. 51,6 % waren Männer und 16 % waren stark übergewichtig. Nach ihrem Körpergewicht oder nach ihrem Body Mass Index (BMI) zu Studienbeginn wurden die Patienten in vier verschiedene Gruppen eingeteilt. Die Wissenschaftler untersuchten, ob es einen Zusammenhang zwischen dem BMI bzw. dem Körpergewicht und dem Erreichen einer Ruhephase der Erkrankung, der Linderung von Symptomen oder der Heilung der Darmschleimhaut gab.

Starkes Übergewicht schien sich nicht auf den Krankheitsverlauf auszuwirken

Die Analyse der Daten ergab, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Heilung der Darmschleimhaut, für das Erreichen einer Ruhephase und für eine Verbesserung der Krankheitssymptome unabhängig von dem Gewicht der Patienten war – und zwar sowohl bei Patienten mit Morbus Crohn als auch bei Patienten mit Colitis ulcerosa. Diese Ergebnisse kamen zustande, nachdem die Patientendaten so angeglichen wurden, dass die Patienten in unterschiedlichen Gewichtsklassen, im Rauchverhalten, der Krankheitsaktivität, der Geschlechterverteilung und der Einnahme von Wirkstoffen gegen die chronische Darmentzündung übereinstimmten.

Starkes Übergewicht schien sich somit laut dieser Studie nicht auf den Krankheitsverlauf von Patienten mit einer chronischen Darmerkrankung auszuwirken. Dass sich ein gesundes Körpergewicht jedoch dennoch auszahlen kann, zeigten kürzlich veröffentlichte Studien. In diesen stellten Wissenschaftler nämlich fest, dass bestimmte Wirkstoffe, sogenannte Biologika, weniger gut wirkten, wenn die Patienten stark übergewichtig waren (Studien von Kurnool und Kollegen und Juan und Kollegen, 2018 in den medizinischen Fachzeitschriften Alimentary pharmacology & therapeutics bzw. Joint, bone, spine: revue du rhumatisme veröffentlicht). Dass die Patienten in der vorliegenden Studie diese Wirkstoffe nicht bekamen, könnte der Grund dafür sein, dass die Wissenschaftler hier keinen Zusammenhang zwischen den Krankheitsverlauf und starkem Übergewicht feststellen konnten. Es sind jedoch noch weitere, länger andauernde Studien nötig, um feststellen zu können, ob sich starkes Übergewicht vielleicht langfristig doch auf den Krankheitsverlauf auswirken könnte.

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