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KHK / Herzinfarkt

Das Ausmaß des Übergewichts bestimmt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Original Titel:
Association of Body Mass Index With Lifetime Risk of Cardiovascular Disease and Compression of Morbidity

DGP – Übergewicht erhöht das Herz-Kreislauf-Risiko. US-amerikanische Forscher zeigten in ihrer Studie, dass das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung umso höher ist, je stärker das Übergewicht ist. Außerdem schienen Personen mit Übergewicht im Vergleich zu normalgewichtigen Personen bereits in früheren Lebensjahren eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln.


Übergewicht gilt schon lange als Risikofaktor für die koronare Herzkrankheit (KHK) oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine Möglichkeit, das Übergewicht bei Menschen ermitteln und beziffern zu können, bietet der Body Mass Index (BMI). Hier wird das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße gesetzt (kg/m2). Es konnte bereits gezeigt werden, dass höhere BMI-Werte mit einem höheren Risiko für die KHK und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergehen (Studien von Gilani und Kollegen und Park und Kollegen, 2017 in den medizinischen Fachzeitschriften Iranian journal of public health bzw. Medicine (Baltimore) veröffentlicht). Dies wurde nun durch eine weitere, groß angelegte Studie von Wissenschaftlern aus den USA bestätigt.

US-amerikanische Forscher analysierten Daten von mehr als 190000 Personen

Die Wissenschaftler analysierten die Daten von 190672 Personen aus den USA, die zwischen 1964 und 2015 gesammelt wurden. Die meisten von ihnen (73,9 %, 140835 Personen) waren Frauen. Diese waren im Durchschnitt 58,7 Jahre alt, während das durchschnittliche Alter der Männer 46,0 Jahre betrug. Eine wichtige Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie war, dass die Person zu Beginn der Studie nicht bereits an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung erkrankt war. Von allen Studienteilnehmern wurde der BMI bestimmt. Je nach BMI wurden die Personen in verschiedene Gruppen eingeteilt: normalgewichtig (BMI zwischen 18,5 und 24,9), übergewichtig (BMI zwischen 25,0 und 29,9), stark übergewichtig (BMI zwischen 30,0 und 39,9) und extrem übergewichtig (BMI von mindestens 40). Die Wissenschaftler protokollierten, wie häufig Herz-Kreislauf-Erkrankung in den verschiedenen Gruppen auftraten. Sie unterschieden dabei auch zwischen verschiedenen Erkrankungen: KHK, Schlaganfall und Herzschwäche.

Je stärker das Übergewicht, desto größer war das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Ein Vergleich der verschiedenen Gruppen machte deutlich, dass übergewichtige Person und stark übergewichtige Personen mittleren Alters (40 bis 59 Jahre) ein höheres Risiko hatten, in ihrem Leben eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln als normalgewichtige Personen im selben Alter. Mit speziellen statistischen Analysen berechneten die Wissenschaftler, wie viel höher das Risiko für übergewichtige Personen im Vergleich zu dem für normalgewichtige Personen war. Die Ergebnisse sahen wie folgt aus:

  • Übergewichtige Männer: 21 % höheres Risiko
  • Übergewichtige Frauen: 32 % höheres Risiko
  • Stark übergewichtige Männer: 67 % höheres Risiko
  • Stark übergewichtige Frauen: 85 % höheres Risiko
  • Extrem übergewichtige Männer: 3,1-mal so hohes Risiko
  • Extrem übergewichtige Frauen: 2,5-mal so hohes Risiko

Bei der Betrachtung von speziellen Herz-Kreislauf-Erkrankungen fiel den Forschern auf, dass Übergewicht vor allem das Risiko für Herzschwäche erhöhte.

Übergewichtige Personen erkrankten durchschnittlich früher an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung

Obwohl die stark übergewichtigen Personen eine kürzere Lebenszeit aufwiesen, lebten sie durchschnittlich mehr Jahre mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung als normalgewichtige Personen. Das bedeutet, dass die stark übergewichtigen Personen bereits in früheren Jahren von solch einer Krankheit betroffen waren. Ähnlich war das bei den übergewichtigen Personen. Diese lebten zwar durchschnittlich genauso lange wie die normalgewichtigen Personen, litten jedoch länger an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Das bedeutet, dass auch die überwichtigen Personen bereits früher an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung erkrankten und dass sie entsprechend mehr Lebensjahre von dieser geplagt waren.

Personen, die übergewichtig waren, hatten somit ein größeres Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln, als normalgewichtige Personen. Dabei galt: Je stärker das Übergewicht, desto größer das Risiko. Es ist daher für die Herz-Kreislauf-Gesundheit von großer Bedeutung gegen überschüssige Pfunde vorzugehen. Mit einer gesunden Lebensweise, die auch eine gesunde Ernährung und viel Bewegung beinhaltet, kann das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erkranken, reduziert werden.

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