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Innovative Medizin der Zukunft

Zukunftsträchtige Medizin ist dieses Mal unser Thema. Bei Krebserkrankungen wie Leukämie und Lymphomen ist dieses Thema von großer Bedeutung: das Ziel ist die Heilung oder mindestens das Verhindern von Rückfällen, ohne massive Nebenwirkungen zu verursachen. Keine ganz leichte Aufgabe, wie Betroffene und Angehörige wissen. Eine ganz spannende Neuerung, die eine Heilungschance bei manchen solcher Erkrankungen mit deutlich besseren Aussichten auf nebenwirkungsarme Behandlung kombiniert, ist eine Stammzellen-Tarnkappe, wie das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf kürzlich berichtete. Noch ist die Technologie in Entwicklung. Auch zum großen Feld der Innovationen gehören moderne Computertechnologien, die die Planung und Vorhersage von Wirkung und Nebenwirkung optimieren sollen. Damit kann auch die personalisierte, also für jeden Patienten individuell optimierte Medizin zur Realität werden.

Näher am Patienten sind dagegen zwei weitere Innovationen, die beide zielgerichtet Krebszellen angreifen. Im ersten Studienbericht der Woche beleuchten wir eine Immuno-Chemotherapie. Dabei wird ein sogenanntes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat eingesetzt, das gezielt an Tumorzellen anpackt und seinen giftigen Wirkstoff genau dort abliefert, wo er die Krankmacher angreifen kann. Der Wirkstoff ist bereits zur Therapie von CD30-positiven Hodgkin-Lymphomen, großzellig-anaplastischen Non-Hodgkin-Lymphomen und kutanen T-Zell-Lymphomen zugelassen. Nun wurde er aber mit einer Chemotherapie kombiniert und konnte so in einer klinischen Studie der Phase 3 auch Patienten mit peripherem T-Zell-Lymphom besser helfen als eine klassische Chemotherapie. Prinzipiell ist diese Art der Behandlung für viele Krebsarten eine vielversprechende Methode.

Im zweiten Studienbericht geht es um den neuartigen BiTe-Antikörper, kurz für die englische Beschreibung bispecific T-cell engager. Dieser Antikörper hat einen Greifarm, mit dem er spezifisch eine T-Zelle der Immunabwehr festhalten kann, und einen weiteren Greifarm speziell für die Krebszelle. Damit bringt der BiTe-Antikörper die Abwehr direkt dahin, wo sie ihre Arbeit verrichten soll. Für die akute lymphatische Leukämie ist die Behandlung bereits zugelassen. Weitere Antikörper dieses Typs für andere Krebserkrankungen sind derzeit in Entwicklung und in klinischen Tests.

Hier die Studien im Detail:

 

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