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Migräne

Erschöpfung bei Migräne – was steckt dahinter? Spurensuche bei Depressionen, ruhelosen Beinen und Fibromyalgie

Original Titel:
The relationship with restless legs syndrome, fibromyalgia, and depressive symptoms in migraine patients.

DGP – In der Befragung von Migränepatienten und Kontrollen fanden sich häufiger Anzeichen für das Restless-Legs-Syndrom, depressive Symptome und Hinweise auf Fibromyalgie bei Patienten mit Migräne. Diese Überschneidungen bieten einen Einblick in die starke Erschöpfung, die Fatigue, bei Migränepatienten und eine ihrer möglichen Ursachen im Dopamin-Haushalt der Patienten.


Migräne und Fatigue, die starke Erschöpfung, gehören zusammen. Nach oder sogar vor einer Attacke ist Betroffenen oft alles schwer und anstrengend, sodass auch keine Ruhepause oder Schlaf wirkliche Erholung bringen.

Im Zusammenhang mit Fatigue wird inzwischen auch öfter das Restless-Legs-Syndrom erwähnt – das Syndrom der ruhelosen Beine, eine Übersetzung, die schon sehr genau beschreibt, was hierbei das Problem ist. Die Ruhelosigkeit tritt besonders dann auf, wenn eigentlich Ausruhen das Ziel ist und erschwert so das Entspannen und Erholen. Nicht selten ist dadurch auch der Schlaf gestört und entsprechend wenig erholsam. Bei Betroffenen mit einer starken Erschöpfung, wie sie auch typisch als Postdrom nach einer Migräneattacke ist, kann also manchmal auch dieses Syndrom ein Faktor sein. Auch andere Faktoren wie Depressionen und Fibromyalgie, ein schmerzhaftes Syndrom, können eine starke Erschöpfung hervorrufen. Wie häufig spielen diese Erkrankungen aber bei einer Migräne eine Rolle – könnten sie eventuell für einen Teil der eigentlich typischen Migränesymptome verantwortlich sein? Dies untersuchten Wissenschaftler nun bei Migränepatienten und hofften so, einen Einblick in mögliche Ursachen solcher Symptome zu erhalten.

Erschöpfung bei Migräne – was steckt dahinter: Migräne, ruhelose Beine oder Fibromyalgie?

Die Untersuchung wurde mit 200 Patienten mit diagnostizierter Migräne und 200 gesunden Kontrollen durchgeführt. Alle Teilnehmer wurden in einer medizinischen Befragung nach Symptomen des Restless-Legs-Syndrom und Fibromyalgie befragt. Zudem füllten die Teilnehmer Fragebögen zu depressiven Symptomen und Ängsten sowie dem Schweregrad eines möglichen Restless-Legs-Syndrom aus.

Befragung zu verschiedenen weiteren Erkrankungen mit Fatigue-Symptomen

Tatsächlich fanden sich bei Migränepatienten häufiger auch Anzeichen von anderen Erkrankungen, die eine Fatigue zur Folge haben können. Die Häufigkeit depressiver Symptome und von Fibromyalgie war bei Migränepatienten höher als in der Kontrollgruppe. Das Restless-Legs-Syndrom trat vor allem bei Migränepatienten mit höherem Durchschnittsalter auf, die zudem typischerweise schon länger an Migräne litten. Allgemein war das Restless-Legs-Syndrom allerdings häufiger bei Migränepatienten sowohl mit als auch ohne Aura zu finden – und zudem bei Teilnehmern der Kontrollgruppe, bei denen sogenannte ‚nicht-spezifische Läsionen‘ der Weißen Substanz im bildgebenden Verfahren Kernspintomographie zu sehen waren. Solche Veränderungen im Gehirngewebe sind nicht ganz selten und werden typischerweise nicht als eigenständiges Problem betrachtet, wenn keine weiteren Symptome und Risikofaktoren vorliegen.

Häufung von ruhelosen Beinen, depressiven Symptomen und  Fibromyalgie bei Migräne

Die Untersuchung fand häufiger Anzeichen für das Restless-Legs-Syndrom, depressive Symptome und Hinweise auf Fibromyalgie bei Patienten mit Migräne. Diese Überschneidung zwischen verschiedenen Erkrankungen bietet einen Einblick in die diversen möglichen Ursachen der starken Erschöpfung, der Fatigue, bei Migränepatienten. Interessanterweise liegt bei den drei hier beschriebenen möglichen Begleiterkrankungen der Migräne eine mögliche Ursache im Dopamin-Haushalt der Patienten. So lindern sogenannte Dopamin-Agonisten Symptome des Restless-Legs-Syndroms, Antidepressiva greifen häufig im dopaminergen System ein, und auch gegen die Schmerzen der Fibromyalgie werden inzwischen Medikamente eingesetzt, die die Produktion von Dopamin anregen sollen. Ist also auch bei der Migräne die Dopaminproduktion ein Problem? Eine frühere Studie (Da Silva et al., 2017 im Journal der American Academy of Neurology erschienen) fand, dass bei Migränepatienten während der Attacke die Freisetzung von Dopamin abzunehmen schien. Um die Behandlungsoptionen zu verbessern, könnte also bei ausgeprägter Fatigue bei Migräne auch überlegt werden, ob manche der sonstigen Symptome eventuell auch auf andere Erkrankungen wie das Restless-Legs-Syndrom hindeuten könnten.

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