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Diabetes

Gesunde Kinder bei Schwangeren mit Typ-1-Diabetes: was wichtig ist

Original Titel:
Determinants of a good perinatal outcome in 588 pregnancies in women with type 1 diabetes

DGPFranzösische Forscher analysierten über 15 Jahre lang schwangere Frauen mit Typ-1-Diabetes. Dabei konnten sie sehen, dass schwere Fehlbildungen der Kinder zum Glück ähnlich selten wie bei gesunden Frauen waren, die Kinder aber häufig zu schwer, zu früh oder mit einer Unterzuckerung zur Welt kamen.


Eine Erkrankung wie Typ-1-Diabetes kann eine Schwangerschaft erschweren, muss es aber nicht. Es ist wichtig, Faktoren zu kennen, die zu einem normalen Schwangerschaftsverlauf beitragen. Wissenschaftler aus Frankreich führten dazu eine Studie durch. Sie studierten über 15 Jahre, welche Faktoren ausschlaggebend dafür sind, dass Frauen mit Typ-1-Diabetes gesunde Kinder zur Welt bringen. Gesunde Kinder definierten die Forscher als Kinder, die ohne Fehlbildungen, mit einem normalen Geburtsgewicht, vollentwickelt und ohne Krankheiten auf die Welt kamen.

Schwere Fehlbildungen waren nicht häufiger als bei gesunden Frauen

Bei ihrer Analyse machten die Wissenschaftler folgende Erkenntnisse: Bei den von ihnen betrachteten 588 Schwangerschaften von Frauen mit Typ-1-Diabetes kam es in 1,5 % der Fälle zu schweren, angeborenen Fehlbildungen der Kinder. 0,7 % der Säuglinge verstarben. Diese Zahlen sind mit denen von gesunden Frauen vergleichbar.

Mehr als 40 % der Kinder von Frauen mit Typ-1-Diabetes hatten ein zu hohes Geburtsgewicht

41 % der Kinder hatten bei der Geburt ein zu hohes Geburtsgewicht – Mediziner sprechen in diesem Fall von Makrosomie. 16 % der Kinder kamen zu früh zur Welt und 11 % der Kinder litten an Unterzuckerungen. Eine Schulterdystokie trat in 2,6 % der Fälle auf. Dabei bleibt die Schulter des Kindes aufgrund einer Fehlstellung während der Geburt im Becken der Mutter hängen, wodurch die Geburt verzögert wird. Schulterdystokien führte aber in keinem Fall zu Folgeschäden.

Die Forscher bewerteten den Ausgang der Schwangerschaft bei 44 % der Frauen als gut. Die wichtigsten Faktoren, die einen guten Ausgang der Schwangerschaft förderten, waren eine gute Einstellung des Langzeitblutzuckerwerts (HbA1c-Wert) der Mutter bei der Geburt, eine normale Gewichtszunahme während der Schwangerschaft und kein Bluthochdruck der Mutter in der Schwangerschaft (Fachbegriff: Präeklampsie).

Zusammenfassend zeigen diese Ergebnisse, dass Kinder von Müttern mit Typ-1-Diabetes im Vergleich zu Kindern von gesunden Müttern nicht häufiger verstarben und schwere Fehlbildungen erlitten. Weniger schwere Komplikationen wie ein zu hohes Geburtsgewicht der Kinder, Frühgeburten und Unterzuckerungen der Kinder waren allerdings häufig. Was dagegen half, war eine gute Blutzuckereinstellung der Mutter, eine moderate Gewichtszunahme in der Schwangerschaft sowie ein normaler Blutdruck.

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