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Depression

Cannabis verlangsamt das Denken längerfristig – kann Sport das wieder auffangen?

Original Titel:
Aerobic Fitness Level Moderates the Association Between Cannabis Use and Executive Functioning and Psychomotor Speed Following Abstinence in Adolescents and Young Adults.

DGP – Zusammenfassend konnte selbst nach dreiwöchiger Abstinenz bei regelmäßigen Cannabis-Nutzern eine schlechtere Leistung in Gedächtnistests und anderen Funktionen des Gehirns gezeigt werden. Junge Erwachsene mit größerer körperlicher Fitness schienen dies immerhin teilweise kompensieren zu können. Fordernder Sport könnte demnach bei Beeinträchtigung der Denkleistung durch Cannabisgebrauch eventuell kurzfristig helfen und langfristig eine Alternative bieten.


Wer Cannabis im Gebrauch kennt, kennt auch eine seiner prominentesten Nebenwirkungen: Gedächtnis, Sprache und komplexe Gedanken werden deutlich langsamer und funktionieren deutlich schlechter. Besonders bei jungen Erwachsenen kann die häufige Nutzung von Cannabis neurokognitive Defizite hervorrufen, zeigten frühere Untersuchungen. Dies wird vermutlich durch die heruntergeregelte Aktivität eines Rezeptors im Gehirn bewirkt. Diesem Effekt kann aber eventuell durch schweißtreibenden, genauer gesagt aeroben, Sport eventuell begegnet werden. Ob dies messbar bei regelmäßigen Cannabis-Nutzern helfen kann, untersuchten Forscher nun in dieser Studie.

Cannabis verlangsamt das Denken – kann Sport dagegen helfen?

79 junge Erwachsene, davon 37 Cannabis-Nutzer, im Alter von 16 bis 26 Jahren, nahmen an der Untersuchung teil. Die Gruppen waren gleichmäßig mit sportlichen und weniger sportlichen Teilnehmern besetzt. Alle Teilnehmer nahmen für 3 Wochen kein Cannabis ein. Anschließend wurden sie neuropsychologisch getestet und ihre maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max-Test) wurde ermittelt, um die jeweilige Fitness einzuschätzen. Die Ergebnisse der Tests, Cannabis-Nutzung, Gedächtnisleistungen und depressive Symptome wurden schließlich miteinander verglichen.

Vergleich junger Erwachsener nach Fitness, geistiger Fitness und Cannabis-Gebrauch

In dieser Gruppe von jungen Menschen zeigte sich, dass erhöhter Cannabis-Gebrauch nachhaltig mit schlechterer Leistung in Gedächtnistests und psychomotorischen Aufgaben einherging. Cannabisnutzer hatten zudem einen höheren Alkoholkonsum und stärkere depressive Symptome als junge Menschen, die nicht regelmäßig Cannabis konsumierten. Eine hohe Fitness dagegen, wie sie mit dem VO2max-Wert ermittelt wurde, führte in den Tests zu besseren Leistungen: die fitteren Teilnehmer hatten unter anderem ein besseres visuelles Gedächtnis und waren auch sprachlich fitter. Insgesamt schien die Kombination aus Cannabis-Gebrauch und maximaler Sauerstoffaufnahme (entsprechend der Fitness) die geistige Leistungsfähigkeit der Teilnehmer beschreiben zu können.

Weniger schlau mit Cannabis, aber Sport könnte bei jungen Menschen helfen

Zusammenfassend konnte selbst nach dreiwöchiger Abstinenz bei regelmäßigen Cannabis-Nutzern eine schlechtere Leistung in Gedächtnistests und anderen Funktionen des Gehirns gezeigt werden. Junge Erwachsene mit größerer körperlicher Fitness schienen dies aber teilweise kompensieren zu können. Fordernder Sport könnte demnach bei Beeinträchtigung der Denkleistung durch Cannabisgebrauch als unterstützende Maßnahme sinnvoll eingesetzt werden. In dieser Studie wurden keine Teilnehmer mit diagnostizierten psychischen Erkrankungen untersucht – es ist also nicht klar, ob die Ergebnisse auch für andere Nutzer gelten könnten. Die Studie bietet auch keine Daten zum Effekt von Sport auf depressive Symptome der Cannabiskonsumenten. Allerdings bietet sich Sport generell bei Menschen mit Depression an und könnte sogar einen schönen Nebeneffekt haben: es können körpereigene Endocannabinoide freigesetzt werden, die sozusagen den angenehmen Effekt mit dem denkleistungsfördernden verbinden könnten – und dabei ohne Cannabis auskommend auch die Risiken für psychotische Symptome umgehen.

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