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Fortgeschrittenes Hodgkin-Lymphom: Brentuximab Vedotin verbessert die Chemotherapie

Original Titel:
Brentuximab Vedotin with Chemotherapy for Stage III or IV Hodgkin's Lymphoma

DGP – Diese Studie präsentierte Brentuximab Vedotin in Kombination mit einer Chemotherapie als vielversprechende Erstlinien-Behandlung bei fortgeschrittenem Hodgkin-Lymphom. Durch die Zugabe von Brentuximab Vedotin und den Wegfall von Bleomycin hatten die Patienten unter A plus AVD einen Überlebensvorteil und ein geringeres Risiko für Lungenschäden.


Lymphdrüsenkrebs ist ein umgangssprachlicher Name für bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems. Wissenschaftlich wird Lymphdrüsenkrebs als malignes Lymphom bezeichnet und unterscheidet das klassische Hodgkin-Lymphom und die große Gruppe der Non-Hodgkin-Lymphome. Der Wirkstoff Brentuximab Vedotin ist zur Behandlung von Patienten mit rückfälligem und schwer behandelbarem Hodgkin-Lymphom zugelassen. Es gibt jedoch Hinweise, dass Brentuximab Vedotin auch als erste Behandlung bei fortgeschrittenem Hodgkin-Lymphom (Krankheitsstadium III und IV) vielversprechend und sinnvoll ist. Dafür sprechende Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift The New England Journal Of Medicine veröffentlicht.

Ist Brentuximab Vedotin auch als erste Therapie bei Hodgkin-Lymphom sinnvoll?

In der internationalen ECHELON-1 Studie wurden zwei Chemotherapien bei Patienten mit zuvor unbehandeltem Hodgkin-Lymphom im Stadium III oder IV vergleichend untersucht. Dabei erhielten 670 Patienten eine Chemotherapie aus Doxorubicin, Bleomycin, Vinblastin und Dacarbazin (ABVD). Bei 664 Patienten wurde Bleomycin durch den neuen Wirkstoff Brentuximab Vedotin ersetzt. Die Patienten wurden also mit Brentuximab Vedotin plus Doxorubicin, Vinblastin und Dacarbazin (A plus AVD) behandelt.

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass nach zwei Jahren 82 % der Patienten mit A plus AVD und 77 % der Patienten mit ABVD keinen Krankheitsfortschritt und kein eingeschränktes Ansprechen auf die Behandlung hatten. Eine vollständige Remission (andauernde Abschwächung der Symptome ohne Heilung) erreichten mit A plus AVD als Erstlinientherapie 73 % der Patienten und mit ABVD 71 % der Patienten. Unter der Therapie mit Brentuximab Vedotin (A plus AVD) trat als Nebenwirkung deutlich häufiger Neutropenie (Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen) auf. Durch die starke Giftigkeit von Bleomycin für die Lunge kam es dagegen verstärkt zu unerwünschten Lungenschäden und mehr Todesfällen bei der Chemotherapie mit ABVD.

Vielversprechend in Kombination mit Chemotherapie bei fortgeschrittenem Hodgkin-Lymphom

Diese Studie präsentierte somit Brentuximab Vedotin in Kombination mit einer Chemotherapie als vielversprechende Erstlinien-Behandlung bei fortgeschrittenem Hodgkin-Lymphom. Durch die Zugabe von Brentuximab Vedotin und den Wegfall von Bleomycin hatten die Patienten unter A plus AVD einen Überlebensvorteil und ein niedrigeres Risiko für Lungenschäden.

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