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Darmkrebs

Immer mehr junge Menschen erkranken in Europa an Darmkrebs

Original Titel:
Increasing incidence of colorectal cancer in young adults in Europe over the last 25 years

DGP – Junge Menschen erkranken immer häufiger an Darmkrebs. Zu diesem Ergebnis kam die vorliegende Studie. Sollte sich dieser Trend weiter fortsetzten, sollte über eine Überarbeitung der Richtlinien für die Darmkrebsvorsorge nachgedacht werden.


Krebserkrankungen haben im Laufe der letzten Jahre zugenommen. Für entsprechende Vorsorgeuntersuchungen bzw. für die Früherkennung ist es wichtig zu wissen, welche Personen besonders gefährdet sind. Bei den meisten Krebserkrankung stellt das Alter einen hohen Risikofaktor dar. Aus diesem Grund wird in Deutschland allen Personen ab 50 Jahren empfohlen, an Darmkrebsvorsorgen teilzunehmen. Wissenschaftler untersuchten nun, wie häufig jüngere Personen in Europa an Darmkrebs erkrankten und ob sich daran in den letzten Jahren etwas verändert hat.

Wissenschaftler analysierten Daten von mehr als 140 Millionen Menschen

Ein internationales Forscherteam wertete Daten von nationalen und regionalen Krebsregistern aus, die zwischen 1990 und 2016 erhoben wurden. Die Wissenschaftler interessierten sich vor allem für die Erkrankungsraten und die Sterberaten von Patienten in verschiedenen Altersgruppen. Insgesamt standen ihnen die Daten von 143,7 Millionen Menschen zwischen 20 und 49 Jahren aus 20 verschiedenen europäischen Ländern zur Verfügung.

Gerade junge Menschen erkrankten immer häufiger an Darmkrebs

Insgesamt erkrankten 187918 Personen (0,13 %) an Darmkrebs. Auffällig war, dass die Erkrankungsrate in den Jahren 2005 bis 2016 anstieg – nämlich um 7,9 % pro Jahr bei Personen zwischen 20 und 29 Jahren, um 4,9 % pro Jahr bei Personen zwischen 30 und 39 Jahren und um 1,6 % pro Jahr bei Personen zwischen 40 und 49 Jahren. Die Erkrankungsrate stieg somit im Laufe der Zeit bei jüngeren Patienten stärker an als bei älteren Patienten.

Die Sterberate bezüglich Darmkrebs blieb bei jüngeren Personen über die Jahre konstant

Was die Sterberate bezüglich Darmkrebs anging, so hatte sich diese im Laufe der Zeit bei den jüngeren Personen (20- bis 29-Jährigen) nicht verändert. Bei den älteren Personen war sie jedoch rückläufig. Sie sank bei den 30- bis 39-Jährigen jährlich um 1,1 Prozent (zwischen 1990 und 2016). Bei den Personen zwischen 40 und 49 Jahren sank die darmkrebsbedingte Sterberate jährlich um 2,4 % (zwischen 1990 und 2009), stieg zwischen 2009 und 2016 jedoch wieder an (jährlich um 1,1 %).

In Europa erkrankten somit gerade jüngere Personen immer häufiger an Darmkrebs. Warum dies so ist, ist derzeit noch nicht bekannt und muss durch weitere Forschung zukünftig herausgefunden werden. Die Autoren der Studie merkten an, dass Ärzte sich diesem Trend bewusst sein sollten und dass eventuell die Richtlinien für die Darmkrebsvorsorge überarbeitet werden sollten, wenn der Trend weiter zunimmt.

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