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Die Teilnahme an klinischen Studien wirkt sich positiv auf das Überleben von Prostatakrebs-Patienten aus

Original Titel:
Impact of clinical trial participation on survival in patients with castration-resistant prostate cancer: a multi-center analysis

DGP – In klinischen Studien wird geprüft, ob sich ein Wirkstoff für die Behandlung von bestimmten Patienten eignet. Forscher zeigten nun, dass sich die Teilnahme an solchen Studien für Patienten mit Prostatakrebs, der nicht mehr auf eine Hormontherapie anspricht, lohnen könnte. Die Patienten, die nach der Diagnose „kastrationsresistenter Prostatakrebs“ an einer Studie, in der neue Wirkstoffe erprobt wurden, teilnahmen, hatten nämlich den Patienten gegenüber einen Überlebensvorteil, die dies nicht taten und stattdessen die Standardbehandlung erhielten.


Bevor neue Medikamente auf den Markt kommen, werden sie in Hinblick auf ihre Sicherheit und Wirksamkeit in klinischen Studien genauestens untersucht. Gerade um die Wirksamkeit der potentiellen neuen Medikamente zu testen, sind die Studienleiter auf die freiwillige Teilnahme von Patienten angewiesen. Für die Patienten könnte eine Teilnahme an solchen Studien von Vorteil sein. Sie erhalten in deren Rahmen nämlich Zugang zu neuen, möglicherweise wirksamen Wirkstoffen, noch bevor diese für die Behandlung zugelassen und verfügbar sind – was unter Umständen noch lange Zeit dauern kann.

Forscher verglichen Patienten, die an Studien teilnahmen, mit denen, die dies nicht taten

Ein Forscherteam des Yonsei University College of Medicine in Seoul (Südkorea) untersuchte nun, ob sich die Teilnahme an einer Studie bei Prostatakrebs-Patienten, die auf eine Hormontherapie nicht mehr ansprechen (kastrationsresistent sind), positiv auf das Überleben auswirkt. Sie untersuchten zu diesem Zweck 299 Patienten, die erst seit kurzem mit der Diagnose „kastrationsresistenter Prostatakrebs“ konfrontiert waren. 65 von ihnen (21,7 %) nahmen an einer klinischen Studie teil, bei der es um die Behandlung eines kastrationsresistenten Prostatakrebses ging. In den Studien wurden neue Wirkstoffe für die Hormontherapie, Chemotherapie oder Strahlentherapie untersuchten. Die restlichen 234 Patienten (78,3 %) wurden außerhalb von klinischen Studien nach den gängigen Standards behandelt. Die Forscher verglichen das krebsspezifische Überleben beider Patientengruppen miteinander.

Die Teilnahme an Studien brachte Vorteile mit sich

Der Vergleich beider Patientengruppen machte deutlich, dass die Patienten, die an klinischen Studien teilnahmen, seltener innerhalb von 2 Jahren nach der Diagnose „kastrationsresistenter Prostatakrebs“ an diesem starben als Patienten, die an keiner Studie teilnahmen (2-Jahres-krebsspezifische-Überlebensrate bei Studienteilnehmern: 61,3 % vs. 2-Jahres-krebsspezifische-Überlebensrate bei Nicht-Studienteilnehmern: 42,4 %). Es war jedoch auffällig, dass die Patienten, die an klinischen Studien teilnahmen, häufiger in einer besseren körperlichen Verfassung waren als die Patienten, die sich nicht an Studien beteiligten. Dennoch konnten spezielle statistische Analysen bestätigten, dass die Teilnahme an klinischen Studien unabhängig von der körperlichen Verfassung mit einem Überlebensvorteil verbunden war. Faktoren, die sich negativ auf das Überleben auswirkten, waren neben der Nicht-Teilnahme unter anderem ein höherer PSA (prostataspezifisches Antigen)-Wert bei der Diagnose „kastrationsresistenter Prostatakrebs“, ein sehr aggressiver Prostatakrebs (Gleason-Score von 8 oder höher), eine schlechtere körperliche Verfassung und eine geringere Anzahl an Chemotherapie-Zyklen mit Docetaxel.

Die Patienten, die nach der Diagnose „kastrationsresistenter Prostatakrebs“ an einer Studie teilnahmen, in der neue Wirkstoffe erprobt wurden, hatten somit gegenüber den Patienten, die dies nicht taten und stattdessen die Standardbehandlung erhielten, einen Überlebensvorteil. Die Autoren der Studie forderten aufgrund dieser Ergebnisse, dass allen Patienten – wenn möglich – eine Studienteilnahme angeboten werden sollte.

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