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Migräne

Langzeit-Verträglichkeit von Erenumab: Analyse mehrerer Studien zur neuen Migräneprophylaxe

Original Titel:
Long-term tolerability and nonvascular safety of erenumab, a novel calcitonin gene-related peptide receptor antagonist for prevention of migraine: A pooled analysis of four placebo-controlled trials with long-term extensions.

Kurz & fundiert

  • Langzeit-Verträglichkeit von Erenumab
  • Analyse von vier klinischen Studien und ihren Erweiterungsstudien
  • Unerwünschte Ereignisse ähnlich häufig bei Wirkstoff und Scheinmedikament

 

DGP – Die Verträglichkeit von Migräneprophylaxen ist ein kritischer Faktor. Wer regelmäßige Migräneanfälle gut behandeln möchte, will dazu auch eine langfristig möglichst sichere Therapie nutzen. Wie sicher die neue Prophylaxe mit dem Antikörper gegen den CGRP-Rezeptor Erenumab ist, untersuchten Forscher nun in einer Analyse mehrerer klinischer Studien und insgesamt 2375 Patienten.


Erenumab ist einer der neuen Antikörper, die gegen das “Migräneeiweiß” CGRP (calcitonin gene-related peptide) zur Prävention von Migräne wirken. Erenumab wirkt als einziger allerdings nicht direkt gegen das Protein, sondern gegen seinen Rezeptor. Die Langzeit-Verträglichkeit von Erenumab und seine Sicherheit für andere Organe neben dem Gefäßsystem wurde nun in einer zusammenfassenden Analyse von vier Placebo-kontrollierten Studien ermittelt.

Langzeit-Verträglichkeit von Erenumab

Dabei wurden die vier klinischen Studien und ihre Erweiterungsstudien, die jeweils eine Verlängerung der Studiendauer bis zu mehr als drei Jahre ergaben, untersucht. Die Forscher analysierten unerwünschte Ereignisse und Antikörperbildung gegen Erenumab bei allen Patienten, die den Wirkstoff erhalten hatten.

Analyse von vier klinischen Studien und ihren Erweiterungsstudien

Insgesamt konnten Daten von 2 375 Patienten berücksichtigt werden, die wenigstens eine Dosis Erenumab (70 mg oder 140 mg) erhalten hatten. Über sämtliche Behandlungsjahre aller Patienten gerechnet wurden so kumulativ 2 641,2 Patientenjahre analysiert.

Während der Doppelblindphasen der Behandlungsstudien traten unerwünschte Ereignisse ähnlich häufig bei Wirkstoff und Scheinmedikament auf. Lediglich Reaktionen an der Injektionsstelle (17,1 vs. 10,8 pro 100 Patientenjahre), Verstopfung (7,0 vs. 3,8 pro 100 Patientenjahre) und Muskelkrämpfe (2,3 vs. 1,2 pro 100 Patientenjahre) traten jeweils häufiger mit dem Prophylaxemedikament auf. In den Langzeiterweiterungen zeigten sich unerwünschte Ereignisse vergleichbar zu denen in der Doppelblindphase. Allerdings traten Reaktionen an der Injektionsstelle, Verstopfung und Muskelkrämpfe seltener auf als in der vorhergehenden Behandlungsstudie. Über alle Studien hinweg wurden zwei Todesfälle berichtet, die jedoch mit Vorerkrankungen in Zusammenhang standen.

Unerwünschte Ereignisse ähnlich häufig bei Wirkstoff und Scheinmedikament

In dieser zusammenfassenden Analyse der Verträglichkeit und Sicherheit der Migräneprophylaxe Erenumab zeigte sich damit ein stabiles Profil mit insgesamt wenig problematischen unerwünschten Ereignissen, auch in der Langzeitanwendung über mehr als drei Jahre.

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