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Ungesunder Alkoholkonsum wirkt sich negativ auf HIV-Infektion aus

Original Titel:
Changes in Days of Unhealthy Alcohol Use and Antiretroviral Therapy Adherence, HIV RNA Levels, and Condomless Sex: A Secondary Analysis of Clinical Trial Data

Kurz & fundiert

  • 566 HIV-Patienten machten Angaben zu ihrem Alkoholkonsum
  • Bei Patienten, die ihren ungesunden Alkoholkonsum reduzierten, konnte der Virus häufiger ausreichend unterdrückt werden
  • Je häufiger die Patienten übermäßig Alkohol tranken, desto seltener hielten sie sich an den Therapieplan

 

DGP – Ein übermäßiger Alkoholkonsum schadet HIV-Patienten. Zu diesem Ergebnis kam die vorliegende Studie. Je häufiger die Patienten übermäßig Alkohol tranken, desto seltener hielten sie sich an den Therapieplan. Bei Patienten, die ihren ungesunden Alkoholkonsum reduzierten, konnte der Virus häufiger ausreichend unterdrückt werden.


Ein übermäßiger Alkoholkonsum schadet der Gesundheit. Das ist allseits bekannt. Doch welche Rolle spielt er bei Patienten mit HIV (kurz für Humanes Immundefizienz-Virus)? Diese Frage stellten sich Wissenschaftler aus den USA. Sie wollten herausfinden, ob sich ein ungesunder Alkoholkonsum auf die Viruslast, die Therapietreue und die Risikobereitschaft (Geschlechtsverkehr ohne Kondom) von HIV-Patienten auswirkt. Als therapietreu werden Patienten bezeichnet, die ihre Medikamente wie empfohlen einnehmen, die sich also an den Therapieplan halten. Das ist wichtig, damit die Wirkstoffe ihre gewünschte Wirkung entfalten.

Patienten mit HIV machten Angaben zu ihrem Alkoholkonsum

An der Studie nahmen 566 Patienten mit HIV-Infektion (96,8 % Männer) teil, die Alkohol in ungesunden Mengen zu sich nahmen. Die Patienten wurden 12 Monate lang begleitet und regelmäßig zu ihrem Alkoholkonsum befragt. Die Wissenschaftler zählten die Tage, an denen die Patienten ungesunde Mengen an Alkohol zu sich nahmen. Bei Männern war dies bei fünf oder mehr alkoholischen Getränken pro Tag und bei Frauen bei 4 oder mehr Getränken pro Tag der Fall. Die Wissenschaftler ermittelten, ob sich die Anzahl der Tage mit ungesundem Alkoholkonsum bei den Patienten im Laufe der Zeit änderte (sank, anstieg oder gleich blieb). Sie untersuchten, ob es einen Zusammenhang zwischen den Änderungen des Alkoholkonsums und der Therapietreue, Geschlechtsverkehr mit einem HIV-negativen Partner ohne Kondom und der ausreichenden Unterdrückung des Virus (weniger als 75 Kopien pro ml) gab.

Übermäßiger Alkoholkonsum hatte negative Folgen

Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Anzahl der Tage, an denen viel Alkohol konsumiert wurde, mit der Viruslast zusammenhing. Eine Reduktion der Tage mit ungesundem Alkoholkonsum ging im Vergleich zu einer unveränderten Anzahl mit einer größeren Wahrscheinlichkeit für eine ausreichende Unterdrückung des Virus einher. Andersrum hatten die Personen, die mit der Zeit öfter ungesunde Mengen an Alkohol tranken, häufiger Geschlechtsverkehr ohne Kondom als die Patienten, bei denen der Alkoholkonsum unverändert blieb. Was die Therapietreue anging, stellten die Wissenschaftler fest, dass sich mit jedem Tag, an dem im vergangenen Monat ungesunde Mengen an Alkohol getrunken wurden, die Wahrscheinlichkeit, zu 95 % therapietreu zu sein, reduzierte.

Ungesundes Trinkverhalten schien somit mit der Unterdrückung des Virus, mit dem Risiko für Geschlechtsverkehr ohne Kondom und mit der Therapietreue zusammenzuhängen. Patienten, die ihren Alkoholkonsum senkten, hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass bei ihnen der Virus ausreichend unterdrückt wurde, während die Patienten, die ihren ungesunden Alkoholkonsum steigerten, häufiger Geschlechtsverkehr ohne Kondome hatten. Außerdem galt: je mehr Tage es mit ungesundem Alkoholkonsum gab, desto geringer war die Wahrscheinlichkeit, therapietreu zu sein.

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