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Chronische Darmentzündungen: Warum eine gewissenhafte Medikamentenanwendung wichtig ist

Original Titel:
Medication non-adherence in inflammatory bowel diseases is associated with disability

DGP – Die Medikamente so anzuwenden wie verordnet, ist für Patienten mit einer chronischen Darmentzündung wichtig. Dies äußerte sich dadurch, dass Patienten, die sich nicht an die Empfehlungen hielten, mit mehr funktionellen Beeinträchtigungen zu kämpfen hatten als die Patienten, die ihre Medikamente gewissenhaft anwandten.


Chronische Erkrankungen erfordern meist eine konsequente und dauerhafte Anwendung von Medikamenten, was wiederrum einen gewissen Grad an Disziplin erfordert. Doch viele Patienten mit einer chronischen Erkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa wenden ihre Medikamente nicht wie empfohlen an. In diesem Fall ist von einer Therapieuntreue die Rede. Die Gründe für die Therapieuntreue sind vielfältig: einige vergessen die Medikamente schlicht und ergreifend, während andere sie ganz bewusst nicht anwenden, sei es, weil sie nicht an deren Wirksamkeit glauben oder weil sie Nebenwirkungen befürchten. Die Folgen der Therapieuntreue liegen klar auf der Hand: Patienten, die die Medikamente nicht regelmäßig einnehmen, haben ein größeres Risiko für eine Verschlechterung der Symptome und einen erneuten Krankheitsschub. Doch wie sieht es mit den langzeitlichen Folgen aus? Wirkt sich Therapieuntreue auch auf lange Sicht negativ auf die alltägliche Funktionalität der Patienten aus? Diesen Fragen gingen Wissenschaftler aus Australien auf den Grund.

Wissenschaftler befragten Patienten mit chronischer Darmentzündung nach ihrer Therapietreue

Insgesamt 173 Patienten mit einer chronischen Darmentzündung, die sich in einer Behandlung zur Aufrechterhaltung der Ruhephase befanden (z. B. mit Immunmodulatoren, Mesalazin oder TNF (Tumornekrosefaktor)-Hemmern), nahmen an der Studie teil. 98 von ihnen litten unter Morbus Crohn. 75 Patienten waren an Colitis ulcerosa erkrankt. Die Patienten füllten verschiedene Fragebögen aus, um die Therapietreue, die Einstellung gegenüber Medikamenten und das Ausmaß der Beeinträchtigungen durch die Erkrankung zu erfassen. Die Wissenschaftler untersuchten, ob und wie eine Therapieuntreue mit Behinderungen der Patienten zusammenhing.

Mehr Beeinträchtigungen bei Therapieuntreue

Die Auswertung der verschiedenen Fragebögen ergab, dass 24 % der Patienten therapieuntreu waren, also die Medikamente nicht wie empfohlen anwandten. Statistische Analysen zeigten, dass die Therapieuntreue mit funktionellen Einschränkungen zusammenhing. Die Patienten, die sich nicht an die Empfehlungen hielten, hatten mit mehr Beeinträchtigungen zu kämpfen als die therapietreuen Patienten. Neben der Therapieuntreue identifizierten die Wissenschaftler weitere Risikofaktoren für Beeinträchtigungen. Zu diesen Faktoren zählten: das weibliche Geschlecht, vorangegangene Krankenhausaufenthalte und Bedenken bezüglich der Medikamente. Die Therapietreue ging außerdem mit Schwierigkeiten, den Stuhlgang zu kontrollieren (3,7-mal so hohes Risiko), mit Blut im Stuhl (2,7-mal so hohes Risiko) und mit Gelenkschmerzen/Gelenkentzündungen (2,6-mal so großes Risiko) einher.

Die Studie zeigte somit, dass es für Patienten mit chronischer Darmentzündung auch auf lange Sicht wichtig ist, die Medikamente wie verordnet anzuwenden. Eine Therapieuntreue erhöhte nämlich die Einschränkungen, mit denen die Patienten zu kämpfen hatten. Wenn Bedenken wegen bestimmter Medikamente bestehen, sollten diese daher nicht einfach eigenmächtig abgesetzt werden, sondern stattdessen die Sorgen mit einem Arzt besprochen und eventuell nach Alternativen gesucht werden. Des Weiteren können verschiedene Apps, die an die Medikamentenanwendung erinnern, hilfreich sein, damit Medikamente nicht unwillentlich weggelassen werden.

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