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Chronische Darmentzündung

CED-Kontrolluntersuchungen in Zeiten der Coronavirus-Pandemie – Erfahrungen aus China

Original Titel:
COVID-19 outbreak and inflammatory bowel disease management: a questionnaire survey from realistic practice

DGP – Wie können Patienten mit chronischer Darmentzündung optimal betreut werden, wenn sie zu Zeiten der Coronavirus-Pandemie den Gang ins Krankenhaus meiden sollen? Vor dieser Herausforderung stehen derzeit viele Patienten und behandelnde Ärzte. Wissenschaftler aus China berichteten von ihren Erfahrungen mit der Fernnachsorge und zeigten Möglichkeiten auf.


Patienten mit einer chronischen Darmentzündung sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrnehmen. Bei diesen Terminen wird unter anderem der Krankheitsverlauf beurteilt, sodass die Patienten – wenn nötig – frühzeitig eine Therapie starten bzw. die Behandlungsstrategie ändern können. In Zeiten von Ausgangssperren, überlasteten Gesundheitssystemen und Gefahr einer Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 gestalten sich diese Kontrolluntersuchungen jedoch schwierig. Jeder nicht unbedingt nötige Arztbesuch sollte vermieden werden. Maßnahmen zur Fernnachsorge sind somit in diesen Zeiten sinnvoller denn je.

Die Coronavirus-Pandemie wirkte sich auf die Kontrolluntersuchungen von Patienten mit chronischer Darmentzündung aus

Aufgrund der prekären Situation in den letzten zwei Monaten in China hat ein Team des Peking Union Medical College Krankenhauses in Peking, das die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen bei mehr als 150 Patienten mit chronischen Darmentzündungen durchführt, neue Strategien entwickelt, um ihre Patienten zu betreuen. Zu diesen Methoden zählten mobile Kommunikations-Apps, schriftliche Beratung aus der Ferne, eine Hotline und Telemedizin. Außerdem wurden Patienten mit einem schweren Krankheitsschub zu lokalen Spezialisten überwiesen.

Wissenschaftler befragten Patienten mit chronischer Darmentzündung zu der Fernnachsorge

Wissenschaftler des Peking Union Medical College Krankenhauses haben ihren Patienten in den letzten zwei Monaten Fragebögen zugesandt (via E-Mail, mobiler Kommunikations-APP, Textnachrichten), um den Krankheitsverlauf der Patienten zu erfassen. Insgesamt 125 Patienten beantworteten die Fragen (77 Männer und 48 Frauen). Das Alter der Patienten reichte von 18 bis 74 Jahren und lag im Mittel bei 39 Jahren. 58 Patienten litten an Colitis ulcerosa und 45 Patienten an Morbus Crohn. Bei 22 Patienten konnte die chronische Darmentzündung nicht eindeutig Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa zugeordnet werden. Je nachdem, wie schwer die Erkrankung bei dem letzten Kontrollbesuch war, wurden die Patienten in vier verschiedene Gruppen eingeteilt: Schwere Erkrankung (22 Patienten, 17,6 %), mittelschwere Erkrankung (32 Patienten, 25,6 %), milde Erkrankung (31 Patienten, 24,8 %) und Ruhephase (40 Patienten, 32,0%).

Etwa die Hälfte der Patienten nutzte eine mobile Kommunikations-App für die ärztliche Beratung

Während des Coronavirus-Ausbruchs meldeten 18 Patienten (14,4 %), dass sich ihre chronische Darmentzündung verschlechtert hat. 12 Patienten (9,6 %) berichteten hingegen von Verbesserungen. Bei den meisten Patienten änderte sich der Krankheitszustand jedoch nicht (95 Patienten, 76,0 %). Die meisten Patienten (88 Patienten, 70,4 %) gaben an, dass die Coronavirus-Pandemie ihren geplanten Kontrolltermin beeinflusste. Etwa die Hälfte der Patienten (64 Patienten, 51,2 %) nutzte die mobile Kommunikations-App für die ärztliche Beratung. 4,8 % der Patienten (6 Patienten) führten ihren Kontrolltermin online durch. 4,8 % der Patienten (6 Patienten) nahmen an einem Webinar mit Patienteninformationen teil. 12,8 % der Patienten (16 Patienten) gingen zu Ambulanzen oder in die Notaufnahme von Krankenhäusern, die keine COVID-19-Patienten behandelten. Erfreulicherweise hatte nur einer der Befragten das Gefühl, dass sein medizinischer Bedarf während der besonderen Zeit nicht ausreichend gedeckt wurde.

Empfehlungen chinesischer Wissenschaftler für die Fernnachsorge

Die Wissenschaftler zeigten mit der vorliegenden Studie Alternativen zu den Kontrolluntersuchungen und Beratungen von Angesicht zu Angesicht auf. Sie nannten folgende Möglichkeiten:

  1. Mobile Kommunikations-Apps wie „WeChat“ eignen sich für den Austausch von Informationen. Es benötigt zwar eine gewisse Zeit via App eine ärztliche Beratung zu geben, diese Form der Beratung bietet jedoch die Möglichkeit, Antworten auf relevante Fragen zu bekommen und Ängste zu lindern.
  2. Ein internetbasierter Service wie E-Mail-Kommunikation bietet die Möglichkeit, nicht dringende medizinische Probleme von Patienten zu lösen.
  3. Für allgemeine Anliegen von Patienten mit chronischer Darmentzündung wie z. B. Ernährungsberatung und Entspannungstechniken sind Webinare ein effektiver Weg, entsprechende Informationen zu vermitteln.

[DOI 10.1093/ecco-jcc/jjaa064]

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