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Kleine Studie bei älteren Menschen mit Depression und Gedächtnisproblemen: Memantin bei Altersdepression?

Original Titel:
Combined treatment with escitalopram and memantine increases gray matter volume and cortical thickness compared to escitalopram and placebo in a pilot study of geriatric depression.

Kurz & fundiert

  • Altersdepression mit subjektiv empfundenen Gedächtnisproblemen erhöht das Risiko für die Alzheimerkrankheit
  • Memantin: Behandlung der kognitiven Symptome fortgeschrittener Alzheimer-Krankheit
  • Kleine Studie bei älteren Menschen mit Depression und Gedächtnisproblemen: Antidepressivum plus Memantin oder plus Placebo
  • Antidepressivum plus Memantin bewirkte Änderung von Gehirnregionen in Zusammenhang mit Depression und Alzheimer

 

DGP – Ob das Alzheimermedikament Memantin bei Altersdepression mit Gedächtnisproblemen einen Mehrwert bieten könnte, ist bislang nicht klar. In einer kleinen Studie wurde nun der Effekt auf Stimmung und Gehirn mit 41 Patienten untersucht. Eine Kombination aus dem Antidepressivum Escitalopram plus Memantin (im Vergleich zu Escitalopram plus Placebo) bewirkte eine Zunahme in kortikalem Volumen und Dicke in Gehirnregionen, die mit Depression und Alzheimer assoziiert sind. Bei Altersdepression wären demnach weitere, vor allem längerfristige Studien mit ergänzenden Behandlungen mit Memantin wünschenswert.


Altersdepression kann mit Gedächtniseinbußen einhergehen. Wenn solche Probleme mit der Erinnerung subjektiv wahrgenommen werden, steigt das Risiko für eine Alzheimerkrankheit. Bei fortgeschrittenem Alzheimer kann mit Memantin behandelt werden – damit können manche Einbußen der Denkleistung abgemildert werden. Ob die Substanz aber auch bei Altersdepression mit Gedächtnisproblemen einen Mehrwert bieten könnte, ist bislang nicht klar.

Altersdepression mit Gedächtnisproblemen kann auf Alzheimer deuten

Dazu wurde eine 6-monatige doppelblind durchgeführte, randomisierte Placebo-kontrollierte Studie mit dem Antidepressivum Escitalopram und dem Alzheimermedikament Memantin durchgeführt. In einer früheren Analyse dieser Studie zeigte sich mit dieser Behandlung bei Altersdepression eine Verbesserung der Denkleistung nach 12 Monaten. In dieser Studie wurde nun untersucht, ob nach 3 Monaten einer solchen Behandlung Veränderungen im Gehirn zu sehen waren, die die Effekte auf die Denkleistung erklären könnten.

Memantin: Behandlung der kognitiven Symptome fortgeschrittener Alzheimer-Krankheit

41 ältere Erwachsene mit Depression in durchschnittlichem Alter von 70,43 Jahren (darunter 26 Frauen) wurden zufällig entweder der Behandlung mit Escitalopram plus Memantin oder Escitalopramplus Placebo zugeordnet. Die Stimmung der Teilnehmer wurde mit der HAM-D-Skala (Hamilton Depressionsbewertungsskala) eingeschätzt. Zu Beginn und nach 3 Monaten fertigten die Forscher hochauflösende Aufnahmen des Gehirns der Teilnehmer mittels MRT (Magnetresonanztomographie) an. Daraus konnte das Volumen der grauen Substanz, die Nervenzellkörper und somit wesentliche Verarbeitungsschichten enthält, und die Dicke der Gehirnrinde (Kortex) bestimmt werden. Diese Daten wurden an Faktoren wie das Alter der Teilnehmer und das gesamte Gehirnvolumen angepasst und zusammen mit den depressiven Symptomen verglichen.

Kleine Studie bei älteren Menschen mit Depression und Gedächtnisproblemen: Antidepressivum plus Memantin oder plus Placebo

27 Teilnehmer führten die Studie zu Ende durch. 13 dieser Menschen waren mit Escitalopram plus Memantin, 14 mit Escitalopram plus Placebo behandelt worden. 62 % der Teilnehmer erreichten Symptomfreiheit, also Remission (HAM-D ≤ 6) mit Memantin. Mit dem Placebo erreichten 43 % der Patienten die Remission – dieser Unterschied war aber statistisch nicht signifikant (p = 0,45). Auch die durchschnittliche Veränderung der depressiven Symptome (HAM-D-Werte) unterschieden sich nicht zwischen den Behandlungsgruppen (F(1,23) = 0,14, p = 0,7). Im Volumen der grauen Substanz und der Kortexdicke gab es dagegen größere Anstiege mit Memantin als mit dem Placebo. Dies war besonders in Gehirnregionen zu sehen, die mit Depression und Alzheimer assoziiert sind.

Antidepressivum plus Memantin bewirkte Änderung von Gehirnregionen in Zusammenhang mit Depression und Alzheimer

Trotz geringer Teilnehmerzahl und hoher Abbrecherquote konnten also Einflüsse der Behandlung mit ergänzendem Memantin zusätzlich zum Antidepressivum bei Gehirnvolumen und Kortexdicke gesehen werden. Veränderungen der Stimmung waren dagegen nicht statistisch überzeugend. Weitere Studien mit mehr Teilnehmern sollten eine Behandlung mit dem Alzheimermedikament Memantin bei Altersdepression und Gedächtnisproblemen weiter untersuchen.

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