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Assoziation zwischen Schokolade und Erkrankungen weiterhin unklar

Original Titel:
Chocolate and risk of chronic disease: a systematic review and dose-response meta-analysis

Kurz & fundiert

  • Schokoladengenuss und Risiko für chronische Erkrankungen: Widersprüchliche Daten
  • Analyse von 27 prospektiven Studien zu verschiedenen Erkrankungen
  • Mehr Schokolade könnte KHK- und Schlaganfallrisiko reduzieren – Evidenzbewertung jedoch niedrig

 

DGP – Forscher ermittelten Zusammenhänge zwischen Schokoladengenuss und dem Risiko für chronische Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit (KHK), Schlaganfall, Herzversagen, Typ 2 Diabetes (T2D), Darmkrebs und Bluthochdruck. Die Evidenz ist eher niedrig zu bewerten, bietet jedoch mögliche Hinweise auf einen Vorteil von Schokolade für das KHK- und Schlaganfallrisiko.


Hinweise zu einem Zusammenhang zwischen Schokoladengenuss und dem Risiko für chronische Erkrankungen sind bislang widersprüchlich. Forscher ermittelten daher nun die Glaubwürdigkeit solcher Evidenz mit einer Dosis-Response-Assoziation zwischen Schokoladengenuss und dem Mortalitäts-Risiko aus sämtlichen Gründen, für eine koronare Herzerkrankung (KHK), Schlaganfall, Herzversagen, Typ 2 Diabetes (T2D), Darmkrebs und Bluthochdruck.

Schokoladengenuss und Risiko für chronische Erkrankungen: Widersprüchliche Daten

Prospektive Studien mit Veröffentlichungsdatum bis Juli 2018 wurden aus den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, Embase und Web of Science ermittelt. In der Meta-Analyse wurden Effekte nach grössten und niedrigsten Schokoladenmengen analysiert und der Zusammenhang zwischen Dosierung und Effekt ermittelt. Die Glaubwürdigkeit der Evidenz wurde mit Hilfe des NutriGrade-Bewertungssystem bestimmt.

Analyse von 27 prospektiven Studien zu verschiedenen Erkrankungen

Insgesamt wurden 27 Studien identifiziert: 2 beurteilten den Zusammenhang mit Mortalität aus sämtlichen Gründen, 9 zum Risiko für KHK, 8 zu Schlaganfall, 6 zu Herzversagen, 6 zu Typ-2 Diabetes und jeweils 2 zu Bluthochdruck und Darmkrebs. Dabei ergab sich in einer linearen Dosis-Effekt-Analyse keine Assoziation mit Herzversagen (RR 0,99, 95 % Konfidenzintervall 0,94, 1,04) oder Typ-2 Diabetes (RR 0,94, 95 % Konfidenzintervall 0,88, 1,01) für jede zusätzliche 10 g an Schokolade pro Tag. Allerdings zeigte sich eine kleine inverse Assoziation pro zusätzlichen 10 g/Tag zum Risiko für eine KHK (RR 0,96, 95 % Konfidenzintervall 0,93, 0,99) und für einen Schlaganfall (RR 0,90, 95 % Konfidenzintervall 0,82, 0,98). Die Glaubwürdigkeit der Evidenz wurde in den meisten Punkten als sehr niedrig bewertet. Für Assoziationen mit KHK und Schlaganfall war die Evidenzbewertung niedrig.

Mehr Schokolade könnte KHK- und Schlaganfallrisiko reduzieren – Evidenzbewertung jedoch niedrig

Schokolade zu essen, steht demnach nicht im Zusammenhang mit verschiedenen chronischen Erkrankungen, könnte allerdings geringfügig positive Effekte auf das Risiko für KHK und Schlaganfall haben. Die Ergebnisse basieren allerdings auf nur gering bis sehr gering bewerteter Evidenz. Eine Assoziation zwischen Schokolade und Erkrankungen, ob positiv oder negativ, ist also weiterhin sehr unklar.

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