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Diabetes

Inkretinbasierte Behandlungen – Schutz vor Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Original Titel:
Incretin-based therapies and risk of pancreatic cancer in patients with type 2 diabetes: a meta-analysis of randomised controlled trials

DGPEs existieren widersprüchliche Studienergebnisse dazu, ob inkretinbasierte Behandlungen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes einen Einfluss auf das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskrebs) nehmen. Inkretine sind körpereigene Substanzen, die die Bauchspeicheldrüse zur Ausschüttung von Insulin anregen.


Inkretinbasierte Medikamente werden Inkretin-Mimetika oder Inkretin-Analoga genannt. Sie imitieren das zu den Inkretin-Hormonen gehörende Darmhormon GLP-1 (steht für Glucagon-like Peptide 1) und sorgen auf diese Weise für den gleichen Effekt: Die Bauchspeicheldrüse wird angeregt, mehr Insulin zu produzieren. Inkretinbasierte Behandlungen verlangsamen zusätzlich die Magenentleerung und rufen dadurch ein Sättigungsgefühl hervor, welches die Gewichtsabnahme fördert.

In einer nun in der Fachzeitschrift Diabetes, Obesity & Metabolism veröffentlichten Studie wurden die Ergebnisse einer ausführlichen Analyse des Zusammenhangs zwischen der Einnahme von inkretinbasierten Behandlungen und dem Risiko für Pankreaskrebs dargestellt. Für die Analyse konnten die an der Studie beteiligten Wissenschaftler auf die Ergebnisse von 33 Studien zurückgreifen, die sie zusammenfassend auswerteten.

Längere Behandlung mit inkretinbasierten Medikamenten könnte Schutz vor Pankreaskrebs bieten

Dabei zeigte sich, dass Patienten mit Typ-2-Diabetes, die inkretinbasierte Behandlungen erhielten, im Vergleich zu Patienten aus Kontrollgruppen ohne Einnahme von inkretinbasierten Medikamenten kein erhöhtes Pankreaskrebs aufwiesen. Interessanterweise konnte bei den Patienten, die inkretinbasierte Behandlungen für mehr als 2 Jahre erhielten, sogar ein reduziertes Risiko für Pankreaskrebs im Vergleich zur Kontrollgruppe verzeichnet werden.

Die Ergebnisse dieser Analyse zeigten, dass inkretinbasierte Behandlungen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes keine Erhöhung des Pankreaskrebsrisikos bewirkten. Eine längere Behandlung mit inkretinbasierten Behandlungen bedeutete sogar einen schützenden Effekt. Weitere Studien, die eine länger andauernde Behandlung mit inkretinbasierten Medikamenten untersuchen, werden gefordert, um den möglicherweise schützenden Effekt intensiver untersuchen zu können.

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